Die Nachfolge von Andrij Melnyk (46) soll feststehen!
Wie „RTL“ berichtet, wird Oleksiy Makeyev neuer Botschafter der Ukraine in Deutschland. Das Außenministerium werde erst in zwei Wochen offiziell informiert.
Von 2014 bis 2020 war Makeyev Leiter der politischen Abteilung des Außenministeriums. Derzeit arbeitet er als Sondergesandter für Sanktionen. Laut “RTL” soll der Diplomat sehr gut Deutsch und Englisch sprechen.
Sein Vorgänger Andriy Melnyk wurde am 9. Juli geboren Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) ist nach sieben Dienstjahren aus Deutschland in den Ruhestand getreten. Noch ist nicht klar, was mit ihm passieren wird. Nach seinem Rücktritt Anfang Juli sagte Melnyk zu BILD: „Was auf mich zukommt, steht noch in den Sternen, alle Optionen liegen auf dem Tisch.“ Nach BILD-Informationen gibt es aber Pläne, dass der Ex-Botschafter künftig im Außenministerium der Ukraine arbeiten könnte.
Anscheinend könnte er dort sogar stellvertretender Außenminister werden. Ein Wechsel nach Kiew sei laut ukrainischen Regierungskreisen nicht als Herabstufung zu werten. Melnyks Entlassung hat nichts mit seinen Äußerungen über den ukrainischen Nationalistenführer Stephan Bandera (1909-1959) zu tun.
Das Außenministerium musste sich von Melnyk distanzieren
Andriy Melnyk war von 2015 bis 2022 Botschafter der Ukraine in Deutschland
Foto: IMAGO/Christian Spicker
In einem Interview Anfang Juli verteidigte Melnyk den umstrittenen Nationalisten in Deutschland. „Es gibt keine Beweise dafür, dass Banderas Truppen Hunderttausende Juden getötet haben“, sagte Melnyk. „Er hat keinen Befehl zur Vernichtung von Juden gegeben“, sagte der ukrainische Botschafter. “Viele Historiker” haben es untersucht.
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Bandera war der ideologische Führer des radikalen Flügels der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN). Nationalistische Anhänger in der Westukraine waren 1943 für ethnisch motivierte Vertreibungen verantwortlich, bei denen Zehntausende polnische Zivilisten getötet wurden. Bandera floh nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland, wo er 1959 von einem Agenten des sowjetischen Geheimdienstes KGB ermordet wurde.
Auf Nachfrage weigerte sich Melnyk, von seiner Verteidigung Banderas zurückzutreten: “Ich werde Ihnen heute nicht sagen, dass ich mich distanziere und das war’s”, sagte er Reporter Tilo Jung.
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Stattdessen musste sich das ukrainische Außenministerium von seinem Diplomaten distanzieren, nachdem unter anderem Polen über Melnyks Äußerungen verärgert war: „Die Meinung des Botschafters der Ukraine in Deutschland, Andriy Melnyk, die er in einem Interview mit einem deutschen Journalisten geäußert hat, ist seine Mitarbeiter und spiegelt nicht die Position des Außenministeriums der Ukraine wider”, sagte die Agentur.