Kultur
„Der Bockerer“ ist ein Klassiker der österreichischen Kinogeschichte und basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von 1946. Die satirische Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur wird am Dienstag in den Schlossspielen Kobersdorf eröffnet.
03.07.2022 11.52
Ab heute, 11.52 Uhr online
Auch die Schlossspiele Kobersdorf feiern mit den Bockerer ihr 50-jähriges Bestehen. Regisseur Wolfgang Böck spielt den rebellischen Metzger und kritischen Geist Karl Bockerer. Derzeit laufen die letzten Proben. Ulrich Becher und Peter Breses arbeiten unermüdlich an dem Theaterstück „Der Bockerer“.
Fotografische Serie mit 5 Bildern
Persönliche Rebellion gegen das NS-Regime
Der Inhalt des Stücks: Karl Bockerer, seine Frau Binerl, sein Freund Hatzinger und der jüdische Anwalt Dr. Rosenblatt für die Tarot-Nacht. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich bringt das Leben des einfachen Metzgers Bockerer durcheinander. Er versteht die Welt nicht mehr, behält aber seinen scharfen Verstand, seinen bissigen Humor und seine Schlagfertigkeit und rebelliert auf seine Weise gegen das NS-Regime.
„Nach 1945 ist die Menschheit nicht schlauer geworden und deshalb finde ich solche Arbeiten sehr, sehr wichtig“, sagte Regisseur Claus Tröger. Es ist für das Publikum “erträglich”, weil es die Komödie der Tragödie sehr nahe kommen lässt. Dadurch konnten solche problematischen Themen unterhaltsam aufgegriffen werden und für den Zuschauer blieb noch etwas zum Mitnehmen übrig.
Böck: “Das ist eine große Rolle”
Agiler Humor sollte nicht in aller Ernsthaftigkeit verloren gehen. Wenn man in Österreich einem Schauspieler die Rolle des Bockerers anbieten würde, würde fast niemand nein sagen, sagte Böck: „Das ist eine große Rolle. Das ist eine Herausforderung, diese Rolle, deshalb will man sie spielen.“ Bei den diesjährigen Schlossspielen Kobersdorf sind neben Wolfgang Böck auch Maria Hofstätter, Wolf Bachofner, Markus Freistätter und Andy Halwaxx zu sehen. Die Premiere ist am kommenden Dienstag und wird bis zum 31. Juli gespielt.