Viktor Dammann und Ralph Donghi
Alexander Kreuz (40) sitzt an der Rezeption seines Gold-Stübli in Adliswil ZH und kümmert sich um die Post. „Ich bin sofort bereit für das Vorstellungsgespräch“, sagt er. Seine Spezialität seit mehr als drei Jahren: An- und Verkauf von Gold, Silber, Diamanten, Uhren und Schmuck. Sie hätten ihn nie angegriffen, beginnt Kreuz. Dann wird sein Gesicht dunkel. „Bis zum 26. September 2020, als plötzlich ein Kunde eine Machete aus der Tasche zog. Also dachte ich, ich würde getötet werden.”
Wie immer geht es Kreuz an diesem Samstag gut. Wieder bekommt er einen Anruf von einem Kunden, der ihm zwei Rolex-Uhren, zwei Goldketten und ein Gold-Vreneli verkaufen will. „Er sprach perfekt Schweizerdeutsch“, erinnert sich der Goldhändler. Da der Kunde nicht vor Ladenschluss im Geschäft hätte eintreffen können, wurden ihm zusätzliche Kosten in Rechnung gestellt.
Räuber soll einen großen Coup geplant haben
Was Kreuz nicht ahnt: Bei dem Kunden soll es sich um Tarik C.* (26) handeln. Und der Zürcher Kaufmann soll einen grossen Coup geplant haben und das Gold-Stübli überfallen wollen, offenbar mit einem Komplizen.
Schliesslich geht C. mit schwarzer Schutzmaske, schwarz gekleidet und mit Tasche ins Gold-Stübli. “Haben wir telefoniert?” Er habe den Mann gefragt, sagt Kreuz. Er sagt kurz, dann geht er vorbei. „Er schnappte sich die Tasche und zog eine Machete heraus“, sagt Kreuz. Das Blatt ist 28 Zoll lang. Dann sagte er in gebrochenem Deutsch: “Raid, wo ist der Safe?”
Cross wirft Dinge nach den Dieben
Er geriet in Panik, Kreuz auch. Er ruft die Polizei und wirft den Dieben alles zu, was er haben kann. “Kronleuchter, Schmuckschatullen, Werkzeuge.” Er hat auch ein Regal umgerissen. Und: “Ich rannte in die Küche, schnappte mir den ersten Besen, ging zurück und schlug ihn zweimal mit dem Stiel.”
Offenbar hat der Gangster genug. Heben Sie ein weiteres leuchtendes Modejuwel auf, das auf der Theke liegt. „Wahrscheinlich hielt er es für einen wertvollen Diamanten“, sagt Kreuz. Dann geht der Dieb. Er ist später gefangen.
C. muss für 18 Monate ins Gefängnis?
C. steht nun am Montag in Horgen ZH vor Gericht. Ihm werden Diebstahl und kriminelle Vorbereitungen für einen weiteren Raub vorgeworfen: Den zweiten soll er mit einem Polen (30 Jahre alt) geplant haben, der ebenfalls angeklagt wurde. Die Staatsanwaltschaft will für C. 18 Monate Haft fordern. Sie lässt jedoch offen, ob der Anschlag auf das Gold-Stübli von C. oder einem unbekannten Komplizen verübt wurde.
Kreuz ist “sehr aufgeregt” über das Urteil. „Ich weiß, dass andere nicht so reagiert hätten wie ich“, fügt er hinzu. “Aber es war mehr als Selbstverteidigung.” Nach dem Vorfall sei er durch den Absturz an Diabetes erkrankt, sagt der Goldhändler. Wenn er nachts irgendwo spazieren geht, hat er immer noch das Gefühl, dass jemand hinter ihm ist. Zu Ihrem Schutz haben Sie weitere Verteidigungsutensilien im Shop. “Es sah nicht gut aus, dass der nächste Dieb kommen würde.”
*Name geändert