Folglich schlägt Uniper vor, Preiserhöhungen auch an die Kunden weitergeben zu können. Die Maßnahmen sollten der aktuellen Häufung erheblicher Verluste ein Ende setzen.
Der kranke deutsche Gasimporteur Uniper hat die Berliner Regierung um Stabilisierungsmaßnahmen gebeten, nachdem die russische Gasversorgung unterbrochen wurde. Der Vorschlag sieht auch Eigenkapitalkomponenten vor, die zu einer signifikanten Beteiligung des Bundes an Uniper führen würden, wie das Unternehmen am Freitag im Rahmen einer Pflichtnotiz an der Börse mitteilte.
Folglich schlägt Uniper vor, Preiserhöhungen auch an die Kunden weitergeben zu können. Die Maßnahmen zielten darauf ab, die aktuelle Häufung erheblicher Verluste zu beenden und den Liquiditätsbedarf von Uniper zu decken.
Auch Unipers Hauptaktionär Fortum sei in Gesprächen mit der Bundesregierung über die negativen Auswirkungen der aktuellen Gaslieferbeschränkungen auf Uniper, hieß es weiter. Der Vorschlag von Fortum sieht eine Umstrukturierung von Uniper vor, mit dem Ziel, eine bundeseigene Versorgungssicherheitsgesellschaft zu gründen.
Bundestag und Bundesrat hatten zuvor Gesetzesänderungen zugestimmt, um mögliche Hilfen der Bundesregierung für angeschlagene Energieunternehmen wie Uniper zu erleichtern. Uniper spielt eine zentrale Rolle in der deutschen Energieversorgung und erbringt viele kommunale Dienstleistungen.
Uniper kann Mehrkosten nicht an Kunden weitergeben
Aufgrund der Abschnürung russischer Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 kann der Konzern derzeit jedoch zusätzliche Kosten beim Gaseinkauf nicht an die Kunden weitergeben, da das Unternehmen angekündigt hatte, dass dies mit erheblichen finanziellen Belastungen verbunden sein würde.
Wie Uniper nun mitteilte, geht der mit der Bitte um staatliche Stabilisierungsmaßnahmen vorgelegte Vorschlag zunächst von einer „gerechten Kostenverteilung“ aus. Die Gruppe verweist auf das Energiesicherheitsgesetz. Diese sieht zum Beispiel vor, Preiserhöhungen an alle Gaskunden weiterzugeben.
Darüber hinaus sieht der Vorschlag zusätzliches Fremdkapital durch Aufstockung einer noch nicht gekündigten KfW-Kreditlinie vor. Die Kreditlinie beträgt zwei Milliarden Euro. Die Maßnahmen sollen auch den Grad der Beteiligung an Uniper schützen.
Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen am Freitag erfuhr, ist noch keine Entscheidung über konkrete Maßnahmen bei Uniper gefallen. Durch eine Kapitalbeteiligung ist eine millionenschwere Investition des Bundes in Uniper möglich. Denkbar ist aber auch eine Mischung mit der Möglichkeit, dass Uniper hohe Gaspreissteigerungen an die Kunden weitergibt.
(APA)