Der Freispruch des suspendierten Sektionschefs Pilnacek wird bestätigt

Ein kritischer Bericht

Ausgangspunkt des ganzen Falls war ein kritischer Artikel eines Pressesprechers der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Die Behörde fühlte sich deswegen unwohl, und es wurde Anzeige gegen den Journalisten erstattet.

Pilnacek fand es heraus. Und er war empört über das Vorgehen der WKStA. Er erklärte dies einem KURIER-Journalisten, zu dem er ein enges Vertrauensverhältnis hatte und der darüber berichtete; die Staatsanwaltschaft sah darin eine Verletzung des Amtsgeheimnisses.

Das Gericht sah jedoch nicht, dass weder die öffentlichen Interessen noch die persönlichen Interessen des Journalisten durch die übermittelten Informationen beeinträchtigt würden. Und das Landgericht folgte dieser Argumentation.

Es gibt keine Kaffees

„Wenn das Gericht der Staatsanwaltschaft zugestimmt hätte, wäre künftig jeder Kaffee und jeder Gedankenaustausch strafbar“, erklärte Rechtsanwalt Böhmdorfer nach der Anhörung zufrieden.

Pilnacek verließ den Hof auf dem Weg, den er betrat. schweigsam. Lediglich das hinterlegte Nagelpflegeset, das ihm bei der Sicherheitskontrolle abgenommen worden war, hielt ihn kurz auf.

Die Angelegenheit wird den obersten suspendierten Beamten auf Trab halten. Im August soll er in der Sache als Zeuge vor dem Landgericht Innsbruck aussagen. Gegen Oberstaatsanwalt Johann Fuchs läuft ein Verfahren. Es wird vermutet, dass Pilnacek überhaupt erst von der Anzeige gegen den Journalisten erfahren hat.

Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Innsbruck gegen Pilnacek auch in einem weiteren Fall wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses: Der frühere Justizminister und Rechtsanwalt Wolfgang Brandstetter soll zuvor eine Hausdurchsuchung bei seinem Mandanten Michael Tojner angezeigt haben.

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