Der Haushaltsausschuss gibt grünes Licht für das Inflationshilfepaket

Brunner: Richtlinien zur Abschaffung der Kaltprogression in der Präparation

Wien (PK) – Das Inflationshilfepaket wurde nun an den Haushaltsausschuss weitergeleitet (1662/A). Der von den Koalitionsparteien vorgelegte Gesetzentwurf sieht unter anderem eine Einmalzahlung für Mindestrentner, Arbeitslose und Bezieher von Studienbeihilfe in Höhe von 300 Euro sowie einen Zuschlag von 180 Euro bei der Familienförderung im August vor. Außerdem sind verschiedene Steuergutschriften und zahlreiche weitere Maßnahmen vorgesehen.

Details zur Abschaffung der kalten Progression und zur Inwertsetzung von Sozialleistungen gibt es hingegen noch nicht. Die Erhöhung des Klimabonus auf bis zu 250 € pro Erwachsenem ist nicht Bestandteil dieses Maßnahmenpakets und wird vom Umweltausschuss gesondert behandelt (1663/A).

3. Das Maßnahmenpaket zum Inflationsausgleich löst eine kontroverse Diskussion aus

Der Legislativvorschlag ist das 3. Maßnahmenpaket zum Inflationsausgleich. Das Gesamtvolumen des 3. Maßnahmenpakets, einschließlich der Abschaffung der kalten Progression und der Aufwertung der Sozialleistungen, wird für den Zeitraum 2022-2026 voraussichtlich 28,6 Milliarden Euro betragen. Um die kurzfristigen Maßnahmen schnellstmöglich bezahlen zu können, wurden Teile des Maßnahmenpakets vom heute diskutierten Haushaltsausschuss genehmigt und werden voraussichtlich am Donnerstag in einer Sondersitzung des Nationalrats beschlossen. Für ÖVP und Grüne beinhaltet das Entlastungspaket schnelle und konkrete Maßnahmen, die ohne viel Bürokratie umgesetzt werden können. Regierungsparteien betonten, dass einkommensschwächere Gruppen stärker profitieren würden.

Die Opposition äußerte Kritik, vor allem weil die meisten Maßnahmen nur vorübergehend wirken. Lediglich die geplante Abschaffung der kalten Progression, die Aufwertung von Sozialleistungen und die Senkung der Lohnnebenkosten würden nachhaltig entlastend wirken, sind aber heute noch nicht beschlossen. NEOS hatte keine nachhaltige Wirkung. Für die SPÖ kommen Hilfen zu spät bei den Bürgern und die FPÖ würde der Inflationswelle mit Steuersenkungen entgegenwirken.

Wirtschaftsminister Martin Kocher entgegnete, dass eine Mehrwertsteuersenkung als Alternativmethode zu schnell „ausläuft“ und beim Verbraucher nicht ankommt. Daher hielt er konkrete Maßnahmen für sinnvoller. Laut Finanzminister Magnus Brunner greifen in diesem Jahr neben den Entlastungspaketen auch Tarifsenkungen für die ökosoziale Steuerreform. Ab dem 1. Januar 2023 ist die Abschaffung des Fortschreitens der Erkältung geplant, womit die entsprechenden Richtlinien vorbereitet werden. Sozialminister Johannes Rauch hielt die Genauigkeit der Einmalzahlungen für benachteiligte Gruppen für besonders wichtig. Schließlich stimmten ÖVP und Grüne für das Hilfspaket. Die NEOS wollten die Details noch prüfen und haben deshalb vorerst dagegen gestimmt.

NEOS zur rückwirkenden Abschaffung der Kaltprogression

Gerald Loacker argumentierte, dass rechtzeitige Zahlungen das Problem nicht lösen, vor allem, weil es sich bereits um das dritte Hilfspaket „nach dem Gießkannenprinzip“ handelt und die Maßnahmen keine nachhaltige Wirkung zeigen. Loacker bestätigte die Absicht, die Lohnnebenkosten zu senken. In der Unfallversicherung sah er jedoch ein viel höheres Sparpotenzial. Wenn der NEOS-Präsident sich Mühe gibt, soll die Abschaffung der kalten Progression rückwirkend Anfang 2022 eingeführt werden.

FPÖ pocht auf Nothilfe durch Steuersenkungen

Das Sozialministerium verwies auf Ausgaben bis Oktober auf 230 Millionen Euro. Zu wenig Geld für Akuthilfe angesichts der Gesamthilfe von mehr als 28 Milliarden Euro im Fall Gerhard Kaniak (FPÖ). Der tatsächliche Kaufkraftverlust abhängiger Arbeitnehmer betrage mehr als 2 %, erklärte er. Den Menschen gehe das Geld aus, betonte Kaniak angesichts ausstehender Stromrechnungen. Um dem entgegenzuwirken, setzte sich der FPÖ-Präsident für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ein, die befristet bis zu den nächsten Gehaltserhöhungen gelten soll.

Hermann Brückl (FPÖ) betonte, die Inflationswelle sei eine gewesen und werde es bleiben. Einmalzahlungen stellen demnach keine Dauerlösung für die FPÖ dar, Brückl begleitete die NEOS und betonte die Forderung nach sofortiger Abschaffung der kalten Progression und Aufwertung von Sozialleistungen. Brückl setzte sich auch dafür ein, dass Einmalzahlungen nicht der Zwangsvollstreckung unterliegen.

Die Grünen entgegnen, eine Senkung der Umsatzsteuer komme beim Verbraucher nicht an.

SPÖ: Weitere Preiserhöhungen – Maßnahmen wirken zu spät

Die SPÖ lobte die Zuzahlung von Familienbeihilfen. Kai Jan Krainer kritisierte dagegen die Erhöhung der „asozialen“ Familienprämie. Die Wirkung des Teuerungsabsetzbetrags kommt für die SPÖ zu spät, vor allem, weil sie erst mit dem Bescheid 2023 geltend gemacht werden kann. Krainer äußerte sich auch besorgt über die geplante Abschaffung der Kaltwetterprogression, vor allem wegen der Entlastungswirkung das untere Drittel der Einkommensgruppe wäre nur klein.

Christoph Matznetter (SPÖ) warf der Regierung vor, das Paket helfe nicht, den Preisanstieg zu stoppen. Die Nothilfe solle angepasst werden, kritisierte er. Eva Maria Holzleitner schlug vor, das Schulstartgeld im August zu zahlen und zu verdoppeln. Zur Finanzierung der Maßnahmen wollten Holzleitner und Matznetter die Gewinner der Krise zur Kasse bitten.

Alois Stöger (SPÖ) sprach die hohen Strompreise an und wollte diese bundesweit begrenzen. Kocher erwähnte nicht, dass der Strommarkt auf europäischer Ebene nach dem System der Merit Orders geregelt sei. An der Strombörse bestimmt das letzte Gebot, das den Zuschlag erhält, den Strompreis. Daher wird der Strompreis durch das teuerste Kraftwerk bestimmt, das noch benötigt wird, um den Strombedarf zu decken. Ob das System in der aktuellen Situation beibehalten werden soll, sei abzuwarten, sagte Kocher.

ÖVP und Grüne: Echte Entlastung und schnelle Hilfe

Jakob Schwarz (Grüne) entgegnete dem Vorwurf der sukzessiven Einmalzahlungen, man habe bereits im Winter unmittelbaren Handlungsbedarf erkannt und in einer ersten Phase die Verlagerung in die Energiewirtschaft beschlossen. Da sich die Prognosen über den Winter verschlechtert haben, ist nun ein weiteres Hilfspaket erforderlich. Dazu gehören strukturelle Maßnahmen wie die Abschaffung der kalten Progression und die Aufstockung der Sozialleistungen. Kurzfristig werde das Hilfspaket einen starken Umverteilungseffekt haben, betonte Schwarz. Laurenz Pöttinger (ÖVP) sah in dem Paket einen Meilenstein mit echter Erleichterung in Zeiten dringender Not.

Markus Koza (Grüne) betonte, dass die Indexierung von Sozialleistungen nicht in den Gesetzentwurf aufgenommen worden sei, um einen Evaluationsprozess unter Einbeziehung der Sozialpartner zu ermöglichen. Koza verwies zudem auf eine Prognose des Fiskalrats, wonach die Inflation pro Kopf bei rund 660 Euro liege. Dies stehe im Maßnahmenpaket, erklärte er und räumte ein, dass Einmalzahlungen keine nachhaltige Wirkung hätten, sondern bereits für das nächste Jahr mit einer Anhebung der Sozialleistungen zu rechnen sei.

Schnelle Hilfe hilft doppelt, sagte Norbert Sieber (ÖVP). Die Kritik der Opposition hielt sich in Grenzen, erklärte Christoph Stark (ÖVP) und sah darin eine Bestätigung des Pakets. Im europäischen Vergleich spiele Österreich bei den Hilfsmaßnahmen in der „ersten Liga“, betonte er. Das sah Fraktionskollege Andreas Hanger (ÖVP) genauso, der die „unglaublichen Mengen an Hilfspaketen“ hervorhob, die nur durch den starken Wirtschaftsstandort möglich seien.

Brunner: 100% Kaltprogression wird zurückgegeben – Richtlinien in Vorbereitung

Die Abschaffung der kalten Progression arbeite ab einem Jahreseinkommen von 11.000 Euro und habe dann eine „relativ flache Wirkungskurve“, sagte der Finanzminister der SPÖ und sah darin keine Benachteiligung benachteiligter Gruppen. 100 % der kalten Progression werden zurückgegeben, bemerkte Brunner. Zwei Drittel davon werden automatisch indexiert, ein Drittel steht für Distributionsmaßnahmen zur Verfügung.

Von den meisten Maßnahmen seien Einzelunternehmen betroffen, entgegnete Brunner der FPÖ. Die Maßnahmen würden zu einem kurzfristigen Anstieg der Staatsverschuldung von 80 % auf 81 % des BIP führen. Danach rechnet das Finanzministerium mit einem weiteren Rückgang. Brunner sagte der SPÖ, der Verbund habe als Staatsunternehmen eine Sonderdividende angekündigt. Der SPÖ ging das nicht weit genug. Matznetter bat um mehr Vorteilsrabatte.

Kocher: Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel hätte weniger Wirkung als ein Maßnahmenpaket

Laut Wirtschaftsminister Kocher hätte eine „Senkung der Lebensmittelumsatzsteuer deutlich weniger Wirkung“ als das aktuelle Maßnahmenpaket. Auch die „größte Senkung der Lohnnebenkosten seit zehn Jahren“ werde erwartet. Eine weitere Reduzierung des FLAF-Bereichs ist zu erwarten und wird noch evaluiert. Die Senkung der Mehrwertsteuer als Alternative zu den ergriffenen Maßnahmen “laufe schnell aus”, erläuterte Kocher am Beispiel Deutschlands, wo die Spritpreise nach 20 Tagen wieder auf den ursprünglichen Preis zurückgekehrt seien. Konkrete Maßnahmen seien daher sinnvoller, betonte Kocher. Konkret hilft den Kunden derzeit die Erhöhung der Pendler-Flatrate und des Pendler-Euros.

Rauch: Hohe Präzision bei vulnerablen Gruppen

Sozialminister Rauch betonte die Richtigkeit der …

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