Der Integritätsberater von Boris Johnson tritt nach 14 Monaten im Amt zurück

Nochmal für Boris Johnson: Der Compliance-Berater des Premierministers und seine Minister haben kapituliert. In einer kurzen Mitteilung gab Christopher Geidt seinen Rücktritt bekannt.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat das Vertrauen seines Beraters zum ministeriellen Verhaltenskodex verloren, nur anderthalb Wochen, nachdem seine Fraktion ein Misstrauensvotum knapp gewonnen hatte. Es fühle sich richtig an, zurückzutreten, sagte Christopher Geidt am Mittwochabend. Er war nur 14 Monate im Amt.

Eine weitere Begründung lieferte er nicht, der Rücktritt wird aber als Zeichen gewertet, dass Geidt das Verhalten des Ministerpräsidenten nicht mehr mit seinem Amt vereinbar hält. Der ehemalige Privatsekretär der Queen, der auch den Titel eines Lords trägt, musste kürzlich vor einem parlamentarischen Ausschuss in der sogenannten Partygate-Affäre aussagen. Darin äußerte er zumindest Zweifel, ob die Zahlung einer Geldstrafe durch Johnson gegen den Kodex verstoßen habe.

Unabhängig, aber im Auftrag des Premierministers

Laut britischen Medienberichten kam Johnsons Rücktritt überraschend. Er habe angeblich noch sechs Monate auf Geidts Amtszeit gewartet.

Der Posten gilt als unabhängig und versucht sicherzustellen, dass die Regierung die festgelegten Verhaltensstandards erfüllt. Der Berater kann jedoch nur auf Weisung des Ministerpräsidenten tätig werden. Bei der Finanzierung des Luxusumbaus seiner Dienstwohnung hatte Geidt Johnson bescheinigt, nicht gegen den Kodex verstoßen zu haben. Ähnlich erging es Johnson bei einem Luxusurlaub auf der karibischen Privatinsel Mustique.

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