Der Juni-Rekord könnte fallen: Hitzewelle: bis zu 38 Grad am Samstag

Hitzewelle könnte den Juni-Rekord senken: bis zu 38 Grad am Samstag

13.06.2022 12:59

Wir sollten es heute und morgen zum Lüften nutzen, sagt NTV-Meteorologe Björn Alexander. Denn ab Mittwoch kommt sehr heiße Luft aus Spanien und Portugal. Die Wettervorhersage ist drei Tage mit mehr als 30 Grad. Dann fällt alles auseinander.

Die erste Hitzewelle des Jahres 2022 ist im Gange. Obwohl es nicht alle gleichermaßen treffen wird, wird es vor allem im Südwesten mehrere Tage hintereinander sehr heiß sein. „Die 35-Grad-Marke wird am Wochenende vielerorts geknackt und einige neue Juni-Rekorde sind nicht auszuschließen“, prognostiziert ntv-Meteorologe Björn Alexander und ergänzt: „Sogar der absolute Rekord von 38,3 Grad könnte überschritten werden“.

Die Hitzewelle hat ihren Ursprung in der Sahara. Von hier aus hat sich die warme Luft nach Norden verlagert. Und so ist die Hitze, die hier am kommenden Wochenende auftreten soll, derzeit in Südwesteuropa. Dort, in Spanien und Portugal, steigen die Temperaturen seit Tagen. Der erste Temperaturgipfel des Jahres dürfte in beiden Ländern am morgigen Dienstag erreicht werden. Meteorologen in Spanien sagen eine drückende Hitze von bis zu 44 Grad voraus. Von Mitte der Woche bis zum Wochenende sinken die Temperaturen auf der Iberischen Halbinsel langsam wieder, während diese Hitzeglocke – etwas schwächer – auch direkt über Frankreich nach Deutschland transportiert wird. Auch in Italien und auf dem Balkan wird es in fünf oder sieben Tagen sehr heiß.

Das sagen zumindest Wettercomputer voraus. „Aber es gibt noch einige Unsicherheiten bei den Wettermodellen“, sagt Björn Alexander. Die meisten Modelle würden aber auf „heiße“ Temperaturen am Wochenende hinweisen, so der Wetterexperte. Eines steht vorerst fest: In der zweiten Wochenhälfte und am Wochenende wird es heißer. Dann wäre als krönender Abschluss eine Hitzewelle zu sehen. „Wenn das wirklich so wäre, wären beim Höhepunkt am Samstag Höchstwerte von bis zu 37 oder 38 Grad denkbar“, sagt Björn Alexander. Damals würde er in etwa den Rekordwerten des zweiten Junidrittels entsprechen, die oft zwischen 34 und 38 Grad liegen. Björn Alexander: „Mehr geht kaum.“ Und wenn die Hitzespitze am Samstag erreicht wird – wie errechnet – wäre es auch eine ausgewachsene Hitzewelle mit mindestens drei Tagen 30 Grad und mehr.

Wie wird die Hitze erfasst?

Auch das Wärmepotenzial ist in Deutschland sehr hoch. Zwar rechnen wir derzeit nicht mit 40 Grad, aber laut wetter.de könnten sie vielerorts über 35 Grad liegen und damit neue Rekorde für die zweite Junidekade (11. bis 20. Juni). Auch der absolute Rekord von 38,3 Grad, gemessen in Herten am 18. Juni 2002, ist in Reichweite.

NTV-Meteorologe Paul Heger weist darauf hin, dass dies bereits der zweite Hitzerekord in Deutschland innerhalb von vier Wochen sei. Denn bereits Mitte Mai war es in Deutschland hochsommerlich heiß. Die höchste Temperatur von 33,7 Grad wurde am 20. Mai in Ohlsbach nordöstlich von Freiburg im Breisgau gemessen. In Ohlsbach wurden im Wonnemonat Mai 13 Sommertage (über 25 Grad) und sogar vier Hitzetage (über 30 Grad) verzeichnet.

Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis es heiß wird. „Das alles nimmt erst ab Dienstag, Mittwoch Fahrt auf“, sagt Björn Alexander. Davor sorgt die Kaltfront von „Nana“-Tief für kühlere Temperaturen. „Den sollten wir zum Lüften nutzen, denn spätestens ab Mittwoch fällt die 30-Grad-Südwest-Marke immer häufiger“, sagte Alexander. Auch am Freitag könnte es nach Angaben des Meteorologen im Südosten zu Schauern kommen.

Extreme Hitze am Wochenende

Am Samstag erreicht die Hitzeblase flächendeckend ihren Höhepunkt. Allerdings nicht überall in Deutschland im gleichen Maße. 30 bis 35 Grad werden den Westen, Norden und Osten überfluten. In der Nähe des Rheins ist es mit Temperaturen über 35 Grad sehr heiß. Bei der Hitze rund um Donau und Erzgebirge scheint er etwas entspannter zu sein.

Nach Sonntag gibt es aus Nordwesten wieder Abkühlungstendenzen. „Möglicherweise auch bei Gewitter“, sagt Experte Heger, der sich über den Sommerstart freut. Die darauffolgende Woche beginnt – nach aktuellem Stand – jedenfalls nur mit 14 bis 23 Grad.

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