„Der Mob kommt“ – mit dem 9-Euro-Ticket nach Sylt

70 Punks nehmen Platz ein: “Es ist eine Augenweide, diese Leute zu sehen, die nichts wissen”

„Das Hauptanliegen ist, Zeit miteinander zu verbringen und auf der Insel zu zeigen, dass es am Ende ganz schön knochig ist, dass es auch anders geht: Lass dein Leben einfach kommen“, sagt ein 17-jähriger Punk namens Axel Spangenjäger. Sie hat ihr Haar in einem Irokesenschnitt, ihre Seiten sind kurz rasiert. Er trägt ein schwarzes Gewand mit Nadeln und Flicken auf der linken Seite.

Punk Linus sagt auch, dass es wichtig ist, dass sie beweisen, dass sie existieren. „Das 9-Euro-Ticket gibt uns eine gute Chance, uns fortzubewegen. Viele von uns sind bekannt für die Konzerte in den Autonomen Zentren, die es überall gibt“, sagt Linus. „Sylt hat nichts davon, er ist irgendwie isoliert und hübsch, deshalb sind wir jetzt hier“, fährt er fort. „Es ist eine Augenweide, diese Leute zu sehen, die nichts wissen“, sagt Axel und lacht. Aber er hat auch Menschen getroffen, die sich gefreut haben, weil „der Bastard kommt“.

Ungewöhnliche Szenen vor dem Supermarkt Wilhelmstraße in Westerland: Zahlreiche Punks haben sich hier versammelt und fallen auf. (Quelle: Jannis Große)

Viele Passanten zeigen im Vorbeigehen ihre Verwunderung und Unverständnis. Das gilt auch für ein älteres Ehepaar, das zweimal im Jahr Urlaub auf Sylt macht und lieber anonym bleiben möchte. “Sie können feiern, wenn sie ruhig sind. Dann habe ich nichts dagegen, wenn sie ein Wochenende hier bleiben”, sagt sie. So etwas wie Sylt haben die beiden Touristen noch nie erlebt und hoffen, dass sich der Besuch auf das Pfingstwochenende beschränkt.

Kontrastiertes Punk-Programm: Eine Attraktion für Stammgäste und Touristen

„Das möchte ich auf Dauer nicht haben“, erklärt die Frau. „Weil das nicht zu Sylt passt“, ergänzt ihr Mann. Am meisten stört ihn, dass die Punks so demonstrativ mitten in der Stadt sitzen. „Ich lehne Sylt definitiv nicht ab, sie müssen nur nicht mitten in der Innenstadt sein“, sagt er.

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