Der Notruf erfolgt in Berlin alle 29 Sekunden

Von Axel Lier

Doch nur die Hälfte der Rettungskräfte ist in zehn Minuten tatsächlich am Einsatzort.

Während Innensenatorin Iris Spranger (60, SPD) den Bericht der Feuerwehr vorstellte, ging die Durchsage an die Stadtwache: „Ausnahmezustand im Rettungsdienst!“

Wie schon in den letzten Monaten … Mitte Mai musste es 120 Mal angerufen werden. Oft sogar zweimal am Tag und immer dann, wenn die Krankenwagen für zu viele Einsätze nicht ausreichen.

Berliner Feuerwehrleute sind seit einiger Zeit an der Grenze im Einsatz. Auch Feuerwehrhauptmann Karsten Homrighausen, 54, sagte: „Wir stoßen an unsere Grenzen“, räumte er ein, „und es wird weitere Steigerungen geben.“

Trotz der Pandemie der Krone verzeichnete ihre Behörde im vergangenen Jahr 492.226 Missionen, ein neuer Rekord! Alle 64 Sekunden sind Sanitäter, Notärzte oder Feuerwehrleute im Einsatz. Die meisten davon waren medizinische Notfälle (rund 446.000). Die Brände waren nur bei einem Bruchteil der Alarme (6843) zu löschen.

Die bittere Erkenntnis: Bei 90 Prozent der Noteinsätze sollen Sanitäter in zehn Minuten vor Ort sein. Dies funktionierte jedoch nur in etwa der Hälfte der Fälle. Hinzu kamen im Jahr 2021 rund 26.000 Fake Calls.

Mehr als eine Million Notrufe (1.095.932) gingen bei der Leitstelle ein. 112 Telefone klingelten alle 29 Sekunden.

Dass diese Nummer doppelt so hoch ist wie die Anzahl der Anrufe, liegt daran, dass viele Unfälle und Notfälle zu mehreren Notrufen führen. In der Jahresstatistik wurden die Rettungswagen der Feuerwachen Neukölln und Wedding häufiger gerufen.

Im vergangenen Jahr gab es 133 Angriffe auf Feuerwehrleute. Es gab auch viele Beleidigungen. Innenminister Spranger: “Wir dürfen keine Gewalt tolerieren.”

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