Der ÖVP-Seniorenverband scheint die Gehälter mit Fördergeldern bezahlt zu haben

von. – 27.05.2022 12:44 (27.05.2022 14:54)

Finanzierung laut Josef Pühringer „fast ausschließlich bezahlte Gehälter“ © APA / FOTOKERSCHI.AT / WERNER KERSCHBAUMMAYR (Archivbild)

Laut dem Präsidenten des ÖVP-Altenverbandes Oberösterreich scheint die Kronenhilfe des „Unterstützungsfonds für gemeinnützige Organisationen“ auch für Personalkosten verwendet worden zu sein. Das sagte Bundespräsident Josef Pühriger den OÖ Nachrichten.

Knapp zwei Millionen Euro Kronengelder hat der oberösterreichische ÖVP-Altenverband für Vereine und Nichtregierungsorganisationen eingeworben, wobei Parteien und ihre Unterorganisationen ausgenommen sind. Aus diesem Topf hat offenbar auch der Tiroler Seniorenbund Geld – rund 185.000 Euro – entnommen. Dies wird mit einer formalen Doppelexistenz des Seniorenbundes als Unterorganisation der ÖVP und als Verein argumentiert.

Kronengelder werden laut Pühringer fast ausschließlich für Gehälter verwendet

Der Präsident der oö. Der Seniorenbund Altlandeshauptmann Josef Pühringer sagte im Gespräch mit dem OÖN, ein Viertel des Geldes gehe an die Landesführung, der Rest an die 250 Ortsgruppen, die sich dort bewerben. „Das Geld der Landesverwaltung wurde fast ausschließlich für die Bezahlung der Gehälter verwendet. Wir haben 20 Mitarbeiter und haben die kurze Arbeitszeit während der Corona-Zeit nicht genutzt.“ Hätten Sie das getan, hätten Sie mehr öffentliche Gelder bekommen, ist er überzeugt.

Auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass die Veranstaltungen des Vereins 2021 auch dem ÖVP-Wahlkampf dienen würden, sagte er: „Während des Wahlkampfs kann es etwas unübersichtlich werden. Aber ich kann ausschließen, dass die Gelder ‚Don‘ sind. Von ihnen ist keine Zahlung zu erwarten, auch wenn Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) dies bereits prüft. “98 Prozent unserer Arbeit machen wir in Vereinen. Es geht um Veranstaltungen, Reisen und Bildungsprogramme. Kein einziger Euro der Fördergelder ist in die Parteiarbeit geflossen”, sagte Pühringer. “Wir haben sicher nichts illegal verwendet.”

Auch in Vorarlberg Förderung des Seniorenbundes

Auch in Vorarlberg gab es einen Kassenzufluss, wo rund 24.000 Euro für einen Seniorenverein vorgesehen waren. Sie sei in zwei Raten ausgezahlt worden, sagte ÖVP-Altenverbandspräsident Werner Huber in Vernarlberg gegenüber ORF Radio Vorarlberg. Huber stand für die APA zunächst nicht zur Verfügung.

Neben den knapp zwei Millionen Euro von Oberösterreich, Tirol mit genau 184.764,49 Euro von einem „abgekoppelten“ Klub und den nun bekannten rund 24.000 Euro in Vorarlberg, wurden bisher keine Forderungen mehr bekannt gegeben. „Bei der NÖ Volkspartei, NÖ Volkspartei-Teilorganisationen oder Vereinen in der Umgebung wurden keine Gelder angefordert“, sagte er am Freitag auf APA-Anfrage in St. Petersburg. Pölten.

Auch die Unterverbände der steirischen ÖVP haben nach eigenen Angaben keinen Antrag auf diese Hilfe gestellt und somit auch keine Auszahlung erhalten. Ähnlich in Salzburg: Der Landesgeschäftsführer des Seniorenbundes Markus Prucher erklärte auf APA-Anfrage, dass weder der Verein noch der politische Unterverband Geld für die Kronenhilfe beantragt hätten, sie hätten nichts bekommen. Im Burgenland betonte ÖVP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas, dass der Burgenländische Seniorenverband keine Kronenhilfe beantragt habe. Andere Organisationen oder Vorfeldvereine hätten das auch nicht getan.

ÖVP-Präsidentin des Seniorenbundes Ingrid Korosec weist alle Vorwürfe zurück

Der Präsident des Seniorenbundes Korosec weist in der Zeitung „Österreich“ alle Vorwürfe zurück: „Alles wurde nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt.“ Stipendien “wurden ausschließlich über den Verein verwaltet”. Und der Präsident des Bundesverbandes denkt gar nicht an die Rückzahlungen: „Wir zahlen nichts nochmal.“ Korosec weist auch darauf hin, dass Oberösterreich und Tirol nicht die einzigen Bundesländer mit dieser Praxis waren: “Einige taten es.”

Der Förderexperte der Partei hält den Seniorenansatz der ÖVP für nicht rechtens

Dass alles legal ist, scheint Parteifinanzexperte Sickinger zu bezweifeln: „Es ist ausdrücklich ausgeschlossen, dass hier Personalkosten übernommen werden können“, sagte das Morgenjournal gegenüber Ö1. Das könnte auch den Rechnungshof beschäftigen. Teilbetriebe sollten ihre Einnahmen und Ausgaben zum Rechenschaftsbericht offenlegen, “und der Rechnungshof wird natürlich Fragen dazu haben”, ist er überzeugt. Und wenn er zu dem Schluss käme, dass eine Förderung unzulässig sei, „wäre das die Annahme einer Parteispende einer öffentlichen Stelle, und das können Parteiorganisationen nicht tun“.

ach, der Österreichische Seniorenbund will aber keine Vororganisation der ÖVP sein: „Der Seniorenbund Österreichs hat keine Kenntnis von irgendeiner politischen Partei, deren Statuten/Statuten eine Mitwirkung des Österreichischen Seniorenbundes vorsehen Entscheidungsprozess dieser Partei, etwa durch Zugehörigkeit zu ihren Organen”, schreibt Rechtsanwalt Werner Suppan in einer Stellungnahme. Der Erhalt der Förderung wird durch ein Schreiben des Sozialministeriums begründet, in dem dem Altenrat, in dem auch der Seniorenbund vertreten ist, empfohlen wird, einen Antrag beim ONP-Unterstützungsfonds zu stellen. Und auch die Doppelexistenz als Unterorganisation der ÖVP und als gemeinnütziger Verein wird in die Treffen miteinbezogen, die allerdings weitgehend persönlich sind.

NEOS führt Anzeigen gegen den ÖVP-Seniorenverband

Aufgrund der Aussage Pühringers, dass „fast ausschließlich Gehälter aus Landesgeldern gezahlt würden“, reichte die NEOS Beschwerde gegen den OÖ-Tiroler Seniorenbund ein. NPO-Fondszuschüsse dürfen laut Gesetz nur für Miete und Miet- bzw. Betriebskosten und dergleichen verwendet werden, nicht aber für Personalkosten. „Die ÖVP soll nach eigenen Angaben Millionen von Dollar nicht nur illegal finanziert, sondern auch illegal verwendet haben“, sagte NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos in einer Erklärung.

SPÖ fordert Rückzahlung der ÖVP-Gelder

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch fordert die ÖVP auf, die Fördersumme von 1.915.194,14 Euro zurückzuzahlen. Zudem müsse geprüft werden, ob es sich um eine illegale Parteispende für die ÖVP handele, betonte Deutsch in einer Aussendung. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz „empfehlt“ in einer Korosec- und Pühringer-Sendung „Hut ab“. Sowohl die SPÖ als auch die FPÖ fordern Neuwahlen.

Der SPÖ-Rentnerverband betonte derweil, dass er keine Mittel aus dem NPO-Fonds beantragt oder erhalten habe. Auf Anfrage der APA erklärte Präsident Peter Kostelka, dass dies gar nicht möglich sei, weil die Bundes-, Landes- und Ortsgruppen des Rentnerverbandes eine juristische Person seien. Hinzu kommt der Beschluss des Vorstandes, keine Förderung zu beantragen.

ÖVP-Sachslehner kritisiert SPÖ

ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner versuchte, den Spieß umzudrehen und attackierte die Sozialdemokraten. „Zwei Organisationen unter einem Türschild zu haben, ist keine Ausnahme von der SPÖ. Diese undurchsichtigen Vereinskonstruktionen machen deutlich, dass die SPÖ kein Bewusstsein für Differenzierung und Transparenz hat“, sagte er in einer Aussendung. Angesichts der eigenen Intransparenz sollte die SPÖ Ordnung ins Haus bringen und diesem zweifelhaften Vorgehen ein Ende setzen.

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