„Wahnsinn!“, schrieb der neue Arbeitgeber von Ralf Rangnick. Und auch die österreichischen Zeitungen überboten sich mit Lobeshymnen auf den ersten Auftritt der österreichischen Fußballnationalmannschaft unter der Leitung des 63-jährigen deutschen Fußballlehrers.
Für den “Standard” steige der Wert der Unterhaltung mittlerweile “fast ins Utopische”. Die Kleine Zeitung kommentierte: “Sie haben auch nicht davor zurückgeschreckt, mit dem Feuer zu spielen, was vorher da war, wurde in Vergessenheit geraten, ins Wanken gebracht, was will man mehr.”
„Es gibt noch keinen Grund zum Feiern“
Aber Rangnick behielt alles Rangnick. „Es gibt noch keinen großen Grund zum Feiern“, sagte der Mann mit leiser Stimme am Freitagabend nach dem 3:0-Sieg gegen Kroatien. „Es gibt noch keinen Grund zur Euphorie“, sagte der ehemalige Trainer und vor allem Entwicklungsbeschleuniger der TSG 1899 Hoffenheim und RB Leipzig.
Und doch war der Erfolg im ersten Spiel seiner Amtszeit und der Start in die League of Nations ein erster Hinweis. Immerhin hieß der Rivale Kroatien, und der Weltmeister bestimmte auch daheim in der ersten halben Stunde die Partie. „Wir hatten praktisch keine Phase Zugriff“, monierte Rangnick. Seine Umstellung von einer Dreier- auf eine Viererkette zeigte jedoch Wirkung. „Ich denke, wir hatten in der zweiten Halbzeit die volle Kontrolle über das Spiel. Am Ende hätte es noch höher gehen können“, sagte Rangnick, der sich neben einer guten alten Bekanntschaft aus gemeinsamer Zeit auch auf andere erfahrene Profis verlassen konnte die Bundesliga.
Jeder will beweisen, dass er ein gutes Team ist
Ex-Bundeslegionär Marko Arnautovic (41. Minute) mit seinem 33. Tor im 99. Länderspiel, dazu Michael Gregoritsch vom FC Augsburg (54.) und Marcel Sabitzer von München (57.), die Rangnick einst zu RB Leipzig holte, erzielten die Tore von ( der Rest). ) 34. der Weltrangliste. „Alle wollen noch einmal zeigen, dass wir wieder aufsteigen wollen und dass wir einfach eine gute Mannschaft sind“, sagte Arnautovic, der vor seiner Rückkehr nach Wien mit seinen Teamkollegen bei Musik in der Bude seinen ersten Sieg feierte.
Denn das nächste Spiel ist am 6. Juni, dann Rivale: Dänemark. Und Achtung: Die Dänen reisen mit einem 2:1-Sieg gegen Weltmeister Frankreich an. Die Österreicher spielen am 10. Juni in der Hauptstadt erneut gegen die Franzosen und am 13. Juni erneut gegen die Dänen zum Abschluss des ersten Blocks der Nations League.
„Unsere Entscheidung für Rangnick war richtig“
Spätestens danach haben sie auch Klarheit, wo die Straße unter Rangnick zu fahren ist. Unter seinem Vorgänger Franco Foda konnte Österreich Ende des Jahres nicht an der WM teilnehmen. Ende April gaben die Klubbosse die Verpflichtung von Rangnick, damals noch Trainer von Manchester United, bekannt. Das große Ziel: die EM in Deutschland 2024. Bis dahin läuft Rangnicks Vertrag. Bei Eignung wird die Zusammenarbeit auf die Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten ausgeweitet.
„Es geht nicht um Zufriedenheit, es geht um Fußball in Österreich“, sagte Verbandschef Gerhard Milletich nach dem Sieg über die Kroaten. „Deshalb ist dieser Erfolg so wichtig und bestätigt, dass unsere Entscheidung für Rangnick richtig war.“ Und Verteidiger Maximilan Wöber resümierte nach dem ersten Spiel mit Rangnick und einer kurzen Kennenlern- und Einigungsphase: „Genau so stellt sich jeder in Österreich die Nationalmannschaft vor.“