Rocker bleiben dem Prozess in Bern fern
“Wir dürfen nicht unnötig provozieren”
Woche 2 des Rocker Trials gegen 22 Bandits, Broncos und Hells Angels. Die Petitionen werden am Dienstag vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland verhandelt. Blick hält Sie im Ticker auf dem Laufenden.
Gepostet: 21:05 Uhr
|
Aktualisiert: vor 45 Minuten
Newsticker wird geladen …
Der spektakuläre Prozess rund um den Rockwar im Mai 2019 in Belp BE geht in die zweite Woche. Anklage und Verteidigung werden ihre Vorwürfe heute dem Regionalgericht Bern-Mittelland vortragen.
22 Angeklagte müssen sich vor Gericht hauptsächlich wegen Schlägerei, einige auch wegen Körperverletzung und zwei Angeklagte sogar wegen versuchten Mordes verantworten.
Schusswaffen und Opfer
Beim Vorfall vom Mai 2019 in Belp kam es zu einem wilden Kampf mit Stöcken, Holzlatten und mindestens einer Schusswaffe: einem Rasenkrieg zwischen Motorradclubs (MCs). Laut Anklageschrift handelte es sich um einen „unangekündigten Einschüchterungsversuch“ mehrerer Broncos und Hells Angels in den neuen Club der rivalisierenden Bandidos. Diese degenerierte vollständig und verursachte zahlreiche Verletzungen.
Händler zeigt Arsenal: Belp BE-Rocker hatten diese Waffen dabei (02:49)
In Bern brachen während der ersten beiden Verhandlungstage Unruhen aus. Zwischen den feudalen Rockerclans flogen Fäuste, Steine und Flaschen. Die Polizei musste Wasserwerfer und Gummigeschosse einsetzen. Straßen wurden gesperrt, Buslinien unterbrochen, und Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (50) versprach sogar, den Prozess zu verschieben.
Mehrheit schweigt
Bei den Verhören vor Gericht in der vergangenen Woche zeigten sich die meisten Angeklagten jedoch verhalten, und die meisten schwiegen zu den Fragen. Erst am vierten Verhandlungstag brach ein Verdächtiger sein Schweigen: Der alte Wilde schilderte dramatische Szenen von jener Begegnung in Belp.
Am 30. Juni soll der Rocker-Prozess in Bern mit dem Urteil enden. Es gilt die Unschuldsvermutung. (hohl)