Der schlimmste Mensch der Welt: Filmkritik und Trailer

1.06.2022 11:34 (01.06.2022 11:40)

Julie ist eine junge Frau, die nicht weiß, was sie will. Die fast 30-Jährige brach zunächst Medizin, dann Psychologie ab, um Fotografin und Autorin zu werden und schließlich als Verkäuferin in einem Buchladen zu landen. Auch in Bezug auf ihr Liebesleben ist sie unentschlossen. Comiczeichnerin Aksel will die Liebe ihres Lebens sein, doch Julie verliebt sich bald in jemand anderen und wechselt die Partner. Als Aksel an Krebs erkrankt, fragt er sich, ob seine Entscheidung richtig war.

„Der schlimmste Mensch der Welt“, aber die beste Schauspielerin: Renate Reinsve wurde in Cannes für ihre Hauptrolle im gleichnamigen Film von Joachim Trier als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Die 34-jährige Norwegerin steht als Julie, eine junge Frau, die nicht genau weiß, was sie will, im Mittelpunkt des Films. Und so kann es als Porträt einer ganzen Generation gelesen werden. Ab Donnerstag im Kino.

Der schlimmste Mensch der Welt – Kurzzusammenfassung des Films

Der hochtalentierten jungen Julie stehen alle Möglichkeiten offen. Aber erst verließ sie das Medizinstudium und dann die Psychologie, um Fotografin und Autorin zu werden und schließlich als Verkäuferin in einem Buchladen zu landen. Ihre wechselnden Beziehungen bringen sie früher oder später an den Rand der Verzweiflung. Egal wie verständnisvolle Männer sich verhalten, es ist nicht richtig. Der etwa 15 Jahre ältere Comiczeichner Aksel (Anders Danielsen Lie) wäre gerne die Liebe seines Lebens, doch dann verliebt sich Julie, die sich in die Party verliebt, in den jungen Mann Elvind (Herbert Nordrum) bei einer vollen Hochzeitsfeier. Fremde und Partnerwechsel. Als Aksel an Krebs erkrankt, stellt sich die Frage, ob die Entscheidung richtig war.

Der schlimmste Mann der Welt – Kritik

Der in Kopenhagen geborene Norweger Joachim Trier (48) hat im letzten Teil seiner „Oslo-Trilogie“ (nach „Auf Beginn“ und „Oslo, 31. August“) ein stimmiges Generationenporträt der Millennials geschaffen. Auf der Suche nach einem freien und glücklichen Leben gibt sich der selbstbewusste Protagonist entschlossen nicht mit der zweitbesten Option zufrieden und verliert sich zwischen all den Optionen. Diese Selbstfindungsreise wird ganz locker und mit einigen guten dramaturgischen und technischen Kniffen im mehrfachen Genrewechsel erklärt. Manchmal bleibt die ganze Welt für einen Tag stehen, um unbemerkt von einem Mann zum anderen zu gehen, manchmal verändert sich die Welt nach der Einnahme von Drogen auf erstaunliche Weise.

Der Regisseur erklärt, dass er schon immer einen Liebesfilm über die Ambivalenz von Gefühlen machen wollte. Liebe verdirbt schließlich alles. Für Julie bedeutet das, ihrem Geliebten mit äußerster Überzeugungskraft zu versichern: „Ich liebe dich.“ Um im nächsten Moment mit großen, erstaunten Augen hinzuzufügen: “Aber ich liebe dich auch nicht.”

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