Der Schlusskurs des Wall Street DAX erholte sich deutlich

Marktbericht

Stand: 20.06.2022 18:12

Zwielichtiges Umfeld, steigende Kurse: Der DAX konnte sich zu Wochenbeginn deutlich erholen. Inzwischen nimmt auch in Europa die Zinswende Gestalt an.

Der DAX startete mit einem deutlichen Plus von 1,06 Prozent in die neue Woche. In der anschließenden Verhandlung beschleunigte sich die Erholungsbewegung nach den Verlusten der Vorwoche deutlich.

Warum konnte der deutsche Aktienmarkt trotz des eingetrübten Umfelds so deutlich zulegen? Offenbar auch, weil viele der Negativfaktoren bereits in den Kursen enthalten sind, d.h. viele Marktteilnehmer ihre Bestände bereits reduziert haben und somit nicht für mehr Verkaufsdruck sorgen.

Die heutige Preiserholung ist jedoch nur von begrenztem Wert. Denn die Weltleitbörse in New York ist über die Feiertage geschlossen. Die Amerikaner holen den Nationalen Unabhängigkeitstag am Sonntag im Juni nach, der an das Ende der Sklaverei erinnert. Das unten stehende Dow-Jones-Diagramm ist eine Indikation, die auf dem OTC-Feiertagshandel basiert und sollte nicht überbewertet werden.

Die starken Inflations- und Rezessionsängste, letztere angeheizt durch die starke Zinserhöhung der US-Notenbank am vergangenen Donnerstag, bleiben an den Märkten. Zumal das Szenario eines Stillstands der russischen Gasversorgung immer wahrscheinlicher wird. Experten befürchten in diesem Fall eine unmittelbare Rezession in Deutschland.

Lagarde versucht, Rezessionsängste zu lindern

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat heute Rezessionssorgen für die Eurozone entgegnet. „Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum sind gegeben“, sagte er vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments. Eine Rezession ist nicht Teil der Benchmark der EZB. Der erste Zinsschritt bei der aktuellen Zinswende steht derweil außer Zweifel: „Wir beabsichtigen, auf unserer geldpolitischen Sitzung im Juli die Leitzinsen der EZB um 25 Basispunkte anzuheben“, sagte Lagarde. Mit dem Anstieg der Zinsen wollen wir auch der Lohn-Preis-Spirale entgegenwirken.

Die Erzeugerpreise steigen im Rekordtempo

Die jüngsten Produktionspreise zeigen, dass die Abwertung der Währung dramatisch bleibt. Diese stiegen im Mai um durchschnittlich 33,6 Prozent. „Das war der höchste Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949“, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Produktionspreise gelten als wichtiger Vorläufer für die Entwicklung der Verbraucherpreise.

Nach Schätzungen der Bundesbank, die ihren Monatsbericht veröffentlicht hat, wird die Inflation in den kommenden Monaten trotz Lockerungsmaßnahmen wie Spritrabatten und der Neun-Euro-Banknote deutlich höher bleiben.

Der Ölpreis steigt wieder

Die Ölpreise erholen sich nach einem jüngsten Rückgang. Ein Barrel (159 Liter) Brent aus der Nordsee kostet am späten Nachmittag 113,60 Dollar.

Zum Ende der Woche ließen anhaltende Rezessionsängste den Ölpreis stark fallen. Brent verlor bis zu 5,7 Prozent.

Bitcoin kehrt auf 20.000 $ zurück

Der Kryptowährungsmarkt hat sich vom Herbst des Wochenendes etwas erholt. Zuletzt konnte Bitcoin wieder über 20.700 $ steigen. Am Samstag fiel die Cyberwährung mit rund 17.600 US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit Ende 2020.

Im November letzten Jahres wurden etwa 68.000 US-Dollar für einen Bitcoin bezahlt. „Der Ausbruch von 20.000 US-Dollar zeigt, dass das Vertrauen in die Kryptoindustrie zusammengebrochen ist“, sagte OANDA-Marktanalyst Edward Moya.

Gold profitiert von einem schwächeren Dollar

Der Euro stabilisiert sich weiter über 1,05 $. Die europäische Einheitswährung wird derzeit bei 1,0530 $ gehandelt. Der Dollar, der ebenfalls etwas schwächer notiert als andere Hauptwährungen, profitiert vom Goldpreis. Eine Unze gelbes Edelmetall kostet 1838 Dollar.

Die deutsche Autoindustrie dämpft die Absatzerwartungen

Aufgrund von Materialmangel, Kronenblockaden und steigenden Kosten senken die deutschen Autobauer ihre Absatzerwartungen insgesamt. Die Rahmenbedingungen seien seit Jahresbeginn deutlich eingetrübt, teilte der Verband der Automobilindustrie mit. Für den Weltmarkt stellt der VDA nun ein Absatzminus von einem Prozent auf 70,2 Millionen Pkw in diesem Jahr dar. Bisher rechnete die Branche mit einem leichten Wachstum.

Auch 2023 rechnet die Airline mit Gewinnen

Nach zwei verlustreichen Jahren durch die Corona-Pandemie rechnet die Luftfahrtbranche 2022 mit einer etwas stärkeren Erholung als zuletzt. Im Vergleich zum Vorjahr dürften die weltweiten Schäden von 42,1 Milliarden Dollar auf 9,7 Milliarden Dollar zurückgehen, teilte der Branchenverband IATA auf seiner Mitgliederversammlung in Doha mit. Bis 2023 erwartet IATA-Generaldirektor Willie Walsh, dass die Zahlen weltweit wieder schwarz sind.

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