Der irakische Flüchtling Dadvan Yousuf (22) gilt als jüngster Selfmade-Milliardär der Schweiz. Einen Teil seines Vermögens investiert er in Luxusuhren. Elf Stück soll er haben, wie er Anfang des Jahres in einem Interview mit Blick sagte. Insgesamt elf Millionen Franken soll er dafür bezahlt haben.
Nun behauptet der Influencer und Uhrenliebhaber Anish Bhatt auf seinem Instagram-Account: Yousuf lügt. Seine Seite namens „Watch Anish“ hat mittlerweile 1,7 Millionen Follower. Dort teilt Bhatt seine Leidenschaft für Luxusuhren und entdeckt mit Prominenten gefälschte Uhren.
“Erhältlich auf dem Istanbuler Basar”
In einem Beitrag teilt Anish Bhatt ein Foto von Dadvan Yousuf mit fünf seiner Luxusuhren. Darunter eine Richard Mille RM 53-01 im Wert von einer Million Schweizer Franken.
Aber laut Bhatt sind alle gezeigten Uhren gefälscht. „Realer Gesamtwert: 900 US-Dollar – erhältlich bei Istanbul Grand Bazaar“, schreibt er. Er behauptet, den Betrug anhand der Form des Korpus und des Abstands zwischen den Schrauben erkannt zu haben.
Diese Schüsse haben ihn verraten
Kurz nach den Vorwürfen postete Dadvan Yousuf kommentarlos ein Foto auf seinem Instagram-Account. Es zeigt ein Schreiben eines Auktionshauses mit einem Versicherungsgutachten für drei seiner Uhren, das den Wert der Stücke belegen soll.
Doch aus Bhatts Sicht handelt es sich keineswegs um einen Echtheitstest von Uhren. „Diese Versicherungsschätzung ist im Grunde wertlos“, antwortet er in einem Instagram-Post. Denn auf der Speisekarte des Auktionshauses ist kein Platz, um die Uhren tatsächlich zu inspizieren. Und die Preise sind nur Listenpreise.
SRF klagte auf 10 Millionen Dollar
Es ist nicht klar, ob die Uhren echt sind oder nicht. Aber dies ist nicht das erste Mal, dass Dadvan Yousuf befragt wird. Gemäss einem «SRF»-Recherchebericht soll er Transaktionen an kryptographische Adressen getätigt haben, die auf kryptographischen Plattformen auf einer schwarzen Liste stehen und gewarnt werden. Die Rede ist beispielsweise von Betrügern, Terrorismusfinanzierung und Verbindungen zu Russland und der Ukraine.
Dem Bericht zufolge hat Yousuf zwei SRF-Journalisten angeklagt. Der Grund: Wegen Ihrer Meldung haben Sie Deals im Wert von 10 Millionen verloren. (BH)