Die Gaskrise sorgt dafür, dass die Klimapolitik etwas realistischer wird. Pragmatismus hilft dem Klima mehr als regionaler Ehrgeiz.
Seltsam: Die durch den russischen Einmarsch in der Ukraine ausgelöste Gaskrise führt nicht nur zu einer Erhöhung des Inflationsdrucks, sondern bringt auch etwas Rationalität in die Energiedebatte zurück. Es ist plötzlich möglich, die Laufzeit von Kohlekraftwerken zu verlängern oder wie Mellach bereits stillgelegte Reaktoren zu reaktivieren. Unter Ministern für grüne Energie.
Das ist nicht angenehm, denn es ist klar, dass die Welt so schnell wie möglich aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe aussteigen muss. Aber es zeigt, dass selbst technisch naive grüne Politiker inzwischen von ihrem moralischen Pferd gefallen sind und in der harten Realität gelandet sind. Und sie haben eingeräumt, dass das Bewusstsein für den Klimaschutz in der Bevölkerung erfreulicherweise rasant steigt, das Thema aber genauso schnell die politische Existenz bedrohen würde, wenn die Wähler im Winter in kalten Wohnungen sitzen würden. Aber das Wetter? Mellach ist das egal: Die Produktion des steirischen Kraftwerks liegt bei etwa 0,01 Prozent der Leistung des weltweit installierten Kohlekraftwerks.