Der Verdächtige im Fall der geplanten Entführung von Lauterbach gesteht

Aktualisiert am 22.07.2022 um 14:27 Uhr

  • Fünf Verdächtige sollen eine Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant haben.
  • Vier von ihnen wurden im April festgenommen.
  • Einem Bericht zufolge hat Sven B. nun ein Geständnis abgelegt.
  • Der Entführung sollten Angriffe folgen, um die Bundesregierung zu Fall zu bringen.

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Einer der Angeklagten, der die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant haben soll, hat laut “Spiegel” ein Geständnis abgelegt. Wirtschaftsprüfer und ehemaliger NVA-Soldat Sven B. habe die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft weitgehend eingeräumt, berichtete das Nachrichtenmagazin am Freitag unter Berufung auf seinen Anwalt. Folglich musste der Entführung ein politischer Putsch folgen.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt fünf Verdächtige wegen des Verdachts einer terroristischen Vereinigung. Darüber hinaus werden sie auf verschiedene Weise beschuldigt, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben, gegen das Waffengesetz verstoßen und versucht zu haben, sich an einer Straftat zu beteiligen.

Vier namentlich bekannte Männer, darunter Sven B., wurden Mitte April festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Über den fünften Verdächtigen ist nichts bekannt.

Die Verdächtigen sollen neben der Entführung von Lauterbach Anschläge geplant haben

Die Verdächtigen sollen neben der Entführung von Lauterbach auch Anschläge geplant haben, doch die Gruppe wurde entlarvt, bevor die Taten begangen wurden. Zuvor hatten rheinland-pfälzische Ermittler die rechtsextreme Chatgruppe United Patriots gesprengt.

Laut Bundesanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Gruppe den Sturz der Bundesregierung und der parlamentarischen Demokratie herbeiführen wollte. Zudem war wegen Beschädigung oder Zerstörung der Stromversorgung und Lauterbachs gewaltsamer Entführung ein landesweiter Stromausfall geplant.

Dem “Spiegel”-Bericht zufolge plante Sven B. nach Angaben seines Verteidigers Philipp Grassl, den Minister mit bewaffneten Männern vorübergehend festzunehmen und vor laufender Kamera einen “Haftbefehl” gegen ihn auszusprechen. Mehrere hundert Telegram-Kontakte müssten sich dann an einem geheimen Ort versammeln, um einen Regierungswechsel vorzubereiten.

B. war unzufrieden mit den beschlossenen Corona-Maßnahmen

B.s Motiv sei tiefe Unzufriedenheit mit der deutschen Politik, insbesondere mit den Corona-Maßnahmen, berichtete das Magazin unter Berufung auf seinen Anwalt. Sven B., 54, wird wie die anderen drei gleichzeitig festgenommenen Tatverdächtigen dem Schauplatz des Corona-Protestes zugerechnet.

Einer von ihnen wurde in Neustadt an der Weinstraße festgenommen, als er versuchte, einem verdeckten Ermittler Kalaschnikow-Pistolen und -Gewehre abzukaufen. Ein Verdächtiger aus Bayern besass bereits Waffen. (AFP/h)

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