Aktualisiert am 06.09.2022 um 17:35 Uhr
- Die Suche nach dem Ursprung des Coronavirus ist hart, China fühlt sich falsch.
- Reine wissenschaftliche Beratung sollte helfen.
- Doch China, Russland und Brasilien verhindern dort einen Konsens.
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Bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus Sars-CoV-2 soll nach Ansicht eines neuen Expertengremiums auch die Möglichkeit einer Laborflucht in Betracht gezogen werden. Das empfahl der Rat unabhängiger Experten (SAGO) am Donnerstag in Genf, der im Oktober 2021 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen wurde. Auch der Berliner Virusforscher Christian Drosten ist Mitglied.
In Wuhan, China, wo Ende 2019 die ersten Fälle von Sars-CoV-2 auftraten, läuft die Erforschung des Kronenvirus Infektion mit dem untersuchten Erreger”, heißt es in dem Bericht.
Die Laborarbeit muss dringend überprüft werden
Die Ratsvorsitzende Marietjie Venter betonte, dass die Empfehlung nichts über die Wahrscheinlichkeit der Laborarbeit aussagt. Es sind auch Studien erforderlich, um sie zu widerlegen. Die wahrscheinlichste Theorie ist, dass das Virus über einen Zwischenwirt von einem Tier auf den Menschen übergesprungen ist.
Drei Mitglieder der fast 30-köpfigen Gruppe lehnten es jedoch ab, die Empfehlung zu unterstützen, wobei Wissenschaftler aus China, Russland und Brasilien ihre Ablehnung in einer Fußnote zum Bericht festhielten. China weist die Theorie zurück, dass das Virus möglicherweise aus einem chinesischen Labor stammt. Und Peking lehnt die Ankunft einer weiteren internationalen Expertengruppe ab, die nach der Quelle des Virus suchen soll. Zahlreiche chinesische Wissenschaftler gehörten dem Rat an. Allerdings seien noch viele Fragen offen, sagte Venter, etwa zu Wuhan-Märkten, der Herkunft von Tieren und den ersten möglichen Kroneninfektionen in China.
Die Spannungen zwischen den USA und China haben die Ermittlungen verzögert
Der Rat muss Leitlinien entwickeln, damit künftige Untersuchungen von Pandemieausbrüchen schneller beginnen können. Spannungen gab es wegen des Coronavirus vor allem zwischen China und den USA. Der frühere US-Präsident Donald Trump hat China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht. Aufgrund von Spannungen konnten internationale Experten erst 2021 nach China einreisen.
Es werde alles getan, um die Empfehlungen von SAGO umzusetzen, sagte WHO-Kronexpertin Maria van Kerkhove. Dies erfordert jedoch die Zusammenarbeit der Länder. ©dpa
Aktualisiert am 06.02.2022 um 12:04 Uhr
„Die Krone ist noch nicht zu Ende“, warnt Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Grund dafür ist die rasante Verbreitung des Omicron-Subtyps BA.5, die auch Folgen für andere Länder hat.