Der Wiener Gemeinderat präzisiert seine Verordnungen

Sie beseitigt die von Arbeitgebern oft kritisierte „Luftsteuer“. Die Stadt registriert keinen Sonnenschutz mehr oder tritt vor das Restaurant, die Schilder schon.

Tatsächlich gibt es keine Luftsteuer. Peter Hanke will sie ohnehin zumindest teilweise abschaffen. Worauf der Wiener Wirtschaftsstadtrat am Montag anspielte, ist die sogenannte Luftsteuer, wie die Gebrauchssteuer in Wien heißt: Weil Dinge „in der Luft hängen“, werden sie auch eingraviert. Diese Steuer wird immer dann fällig, wenn eine Straßenbar den öffentlichen Raum nutzt.

Markisen oder Vordächer, die aus dem Bürgersteig herausragen, Schaufensterfassaden oder Treppen und Vorräume, die sich von der Hauswand abheben – dafür wird ab dem 1. Januar 2023 keine Gebühr erhoben. Andererseits sollen Unternehmer für fremde Werbeflächen oder Leuchtschilder, die im öffentlichen Raum auffallen, weiterhin Steuern zahlen. Eine bewusste Entscheidung, sagte Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig auf der gemeinsamen Pressekonferenz, schließlich wolle man Lichtsmog nicht verstärken.

Insbesondere kleine Unternehmen sollen von der Abschaffung der Steuern profitieren. Lokale Geschäfte und lokale Anbieter „gleich um die Ecke“ jubelten dem Grätzel zu, sagte Hanke. Denn bei ihnen würden schon kleine Beträge etwas bewirken.

Nicht viel: Für eine zwölf Meter lange Markise musste ein Unternehmer der Stadt 48,40 Euro im Jahr zahlen, für ein 20 Meter langes Vordach waren es aber schon 339 Euro im Jahr. Rund 800 Euro spart ein durchschnittlicher Laden im Jahr, der Stadt entgehen damit etwa zwei Millionen Euro, schätzt Hanke. Als Finanzlandesräte mag er das nicht, sagte Hanke, “aber mein Herz als Wirtschaftslandesrat lächelt mich an.”

Die Gesetze werden erforscht

Unternehmen profitieren übrigens auch vom Wegfall der Bürokratie und der mit Gebühren verbundenen Genehmigungsverfahren. „Die Leute sagen immer, in Wien ist alles so kompliziert. Vorurteile sind falsch”, sagt Hanke. “Aber in Wien soll es künftig einfacher werden. Das zumindest ist das Ziel einer rot-rosa Arbeitsgemeinschaft der Stadtregierung, die seit Jänner 2021 Wiener Landesgesetze und -verordnungen auf mögliche Erleichterungen prüft. , mit dem künftig auch Steuern mit digitalen Bezahlmethoden wie PayPal möglich sein sollen.

Der Wiener ÖVP geht es nicht schnell genug. Die lang ersehnte Abschaffung der Luftsteuer sei „weit entfernt von dem angekündigten Ziel der Entbürokratisierung und weitreichenden Entlastung“, sagte ÖVP-Präsident Karl Mahrer in einer Aussendung. Als „absolut positiv“ bezeichnete der Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck, die Vollendung der Luftsteuer, die „immer wieder Kopfzerbrechen in den Unternehmen ausgelöst“ habe. Leerstand will die Stadt jedenfalls auch auf der Straße vermeiden. Bars auf andere Weise: Seit 2021 etwa unterstützte die „Business Renaissance Now“ 161 Transaktionen mit rund drei Millionen Euro, laut Hanke seien bereits 55 weitere eingereicht worden.

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