Der Zentralnationalrat fordert eine Harmonisierung der Kfz-Steuer

In der Schweiz muss für jedes immatrikulierte Fahrzeug eine Motorfahrzeugsteuer im Wohnkanton entrichtet werden. Doch wie sehr man in den Geldbeutel greifen muss, hängt von der Ecke und der verwendeten Bewertungsbasis ab.

Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (45, SW) will bei den Verkehrstarifen vom kantonalen Geist abrücken und «die Bemessung der Motorfahrzeugbesteuerung harmonisieren und grüner gestalten». Am Dienstag entscheidet der Ständerat über den Antrag des zentralen Politikers.

Große Unterschiede zwischen den Ecken

Hubraum, Gesamtgewicht, Leistung (PS), CO2-Ausstoss oder eine Kombination daraus: Die Grundlage für die Abführung der Motorfahrzeugsteuer und damit der Betrag, der der Steuerrechnung entspricht, ist je nach Kanton unterschiedlich.

Ein TCS-Vergleich zeigt, dass trotz Rabattsystem die umweltfreundlichsten E-Autos ganz anders besteuert werden als herkömmliche Fahrzeuge. Beispielsweise musste ein Peugeot e2008 im Kanton Aargau 2021 eine Steuer von 605 Franken bezahlen. In Zürich, Genf und Freiburg wurde die Steuer für das gleiche Modell geschenkt.

Müller-Altermatt fordert eine einheitliche Basis

Müller-Altermatt, dieser „Flickenteppich“ ist lästig. Die Höhe der Abgabe soll weiterhin von den Kantonen bestimmt werden, aber die Bemessungsgrundlage brauche mehr Einheitlichkeit, fordert er. Elektrofahrzeuge haben beispielsweise keinen Hubraum mehr, dafür aber oft viel Power unter der Haube.

„Dann zahlen sie wahnsinnig hohe Steuern, obwohl sie grüner sind“, erklärt Müller-Altermatt. Oder es passiert in bestimmten Regionen das Gegenteil und seiner Meinung nach werden die Fahrer von Elektrofahrzeugen zu stark entlastet, obwohl sie weiterhin die Straßen benutzen. Deshalb hält er Steuern auf Basis des CO2-Ausstoßes oder in Kombination mit dem Gewicht flächendeckend für sinnvoller.

“Kantone Angelegenheiten”

Seine Motion wurde bereits im Nationalrat mit 110 zu 78 angenommen. Der Bundesrat hält es für wünschenswert, sich aus Sicht der “Klimapolitik” auch um eine “Angleichung der Grundlagen zur Abrechnung der Motorfahrzeugsteuer nach ökologischen Kriterien” zu kümmern “, will aber das bisherige Verfahren nicht manipulieren – weil es Grundprinzipien des Föderalismus entspricht.

Ähnlich klingt es aus der Verkehrskommission der Stadtverwaltung. Die Veranlagung der Motorfahrzeugsteuer sei eine kantonale Angelegenheit, sagt FDP-Kommissionspräsident und Regierungsrat Hans Wicki (58, NW) im Gespräch mit Blick. Auch TCS schließt sich dieser Argumentation an.

Die Verkehrskommission will auch weiterhin «den Wettbewerb zwischen den Kantonen zulassen, damit nicht einfach die Steuern erhöht werden». Zudem befürchtet er, dass eine Bundespauschale zu einer Kompromisslösung führe, die „die heute schon favorisierte Ökologisierung zunichte macht“.

Entscheidet der Ständerat am Dienstag, soll es beim kantonalen Geist bleiben.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *