Der Zwischenbericht rät vom unterirdischen Weg ab

Die Bürgermeister von Bregenz, Lochau, Hörbranz, Wolfurt und Lauterach wollen eine unterirdische Strecke, mehr Infos unter Fünf Bürgermeister wollen eine unterirdische Strecke. Der Wunsch der fünf Bürgermeister dürfte sich jedoch kaum erfüllen, wie der Zwischenbericht zeigt. Es empfiehlt sich, die Luftvariante genauer zu untersuchen.

Erweiterung auf Multivia-Erde

Der Zwischenbericht „Studienvariante ÖBB Zielnetz 2040 Niederrheintal“ favorisiert einen Ausbau vor Ort auf mehreren Strecken. Die Strecke zwischen Lochau und Bregenz könnte demnach eine zweispurige Fahrbahn werden, zwischen Bregenz und Lauterach-Nord ist ein dreispuriger Ausbau geplant, zwischen Lustenau und Hard ein zweispuriger Ausbau.

„Aus Sicht der Bauphase gilt die Lebensfähigkeit eines kompletten Niederungsgebietes von Lochau bis Wolfurt als nicht gegeben“, heißt es im Zwischenbericht. Stattdessen wird empfohlen, „Varianten auf der Ebene zu untersuchen“.

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„Privateigentum fördern“

Grundsätzlich sei der Ausbau der Infrastruktur, also der Ausbau der Bahnstrecke, jedenfalls machbar, heißt es in dem Dokument. Die Eingriffe sind bei den Erweiterungsmaßnahmen in der Ebene, das heißt am Boden, das Minimum.

Dies könne jedoch Folgen für Anwohner und Grundstückseigentümer haben: „Aufgrund des begrenzten Platzes sind Eingriffe in Privatgrundstücke und Anpassungen an bestehender Infrastruktur erforderlich.“

Zadra: Es gibt noch keine finale Version der Präsentation

Der für Verkehr zuständige Landesrat Daniel Zadra (Grüne) betonte, dass es noch keine endgültige Fassung der Präsentation zu den vorläufigen Ergebnissen der Variantenstudie gebe. Es handelt sich um eine vorläufige Version der öffentlich gemachten Präsentation. Laut Zadra wird er sich nicht zu “Ergebnissen, die in der Hälfte oder in drei Vierteln fertig sind” äußern. Die Variantenstudie zur Zukunft des Schienenverkehrs im Niederrheintal wurde von einem anerkannten Tiefbauamt im Auftrag der ÖBB und des Landes Vorarlberg erstellt.

Wie erwartet werden die ÖBB, das Land Vorarlberg und das Klimaschutzministerium am Montag die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie, „die Fakten aufbereitet und erste aussagekräftige Daten liefert“, den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und den Verkehrssprechern präsentieren . der Landtagsfraktionen. Anschließend werden diese vorläufigen Ergebnisse „offen und konstruktiv diskutiert“ und dieser vorläufige Stand der Studie unmittelbar nach Einreichung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ritsch: „Der größte Widerstand, den die ÖBB je erlebt haben“

Der Bürgermeister von Bregenz, Michael Ritsch (SPÖ), reagierte jedenfalls empört auf die bekannt gewordene ÖBB-Zeitung und kündigte im ORF-Interview massiven Widerstand gegen den Ausbau der oberirdischen Strecke, also der „größeren“ Strecke an als ÖBB”. „Offensichtlich möchten sich die ÖBB auf die oberirdische Variante festlegen, die nicht akzeptiert wird. Die fünf Bürgermeister sind alle „auf einer Linie“ und „wir werden das Land davon überzeugen, dass dies die falsche Variante ist und schließlich werden wir das verlangen.“ Bevölkerung nicht zur Kenntnis nehmen, dass hier Wohnraum zerstört wird.“ Laut Ritsch sprechen die ÖBB in der Zeitung von Enteignungen.

Wenn dann in der jetzt umgestalteten Gasleitung – „fast unser Naturjuwel“ – zwei Landstraßen „den Warenverkehr rollen sollen“, wird das von der Bevölkerung nicht akzeptiert. “Alle Bürger dieser Region werden auf die Straße gehen”, ist Ritsch überzeugt. Das wird der größte Aufstand, den „die ÖBB wohl je erlebt haben“. Eine offizielle Vorstellung der Pläne durch die Landesregierung sei für Montag geplant, sagte Ritsch.

Bürgermeister Michael Ritsch im Gespräch mit ORF-Redakteur Jürgen Sebö

Kritik kommt auch vom Vorarlberger Nationalrat Reinhold Einwallner (SPÖ). Er forderte Mobilitätsministerin Leonore Gewessler (Grüne) auf, „schnellstmöglich die Notbremse zu ziehen“. Bei den aktuellen Planungen ist der Lebensraum von Mensch und Tier gefährdet. Dieses Projekt zu sehen, entspricht keinem Grünen-Prinzip.

NEOS Bregenz: „Wird nicht angenommen“

Die Bregenzer NEOS reagierten „schockiert und mehr als überrascht“. Der Bregenzer Stadtrat arbeite seit mehr als zwei Jahren kontinuierlich an der Flächenlösung und habe in wenigen Monaten eine Arbeitsgruppe aus fünf Kommunen zusammengebracht, so Fraktionsvorsitzender Michael Sagmeister.

„Nun wollen die ÖBB von Wien aus entscheiden, was gut für unsere Stadt und die Menschen ist und welche Pläne verfolgt werden sollen“, sagt Sagmeister. Das ist inakzeptabel.

IV-Präsident warnt vor „verpasster Gelegenheit“

Vorarlberger Industriellenpräsident Martin Ohneberg warnt vor einer „verpassten Chance für eine nachhaltige Lösung“. Die zweispurige Verbreiterung zwischen Lochau und Bregenz sowie eine dreispurige Verbreiterung zwischen Bregenz und Lauterach-Nord sind für die Güterverladung sehr wirtschaftswichtig und sorgen somit für eine gute Logistik am Standort. Erfreulich sei die bescheinigte Realisierbarkeit dieser Erweiterung, sagte Ohneberg.

Den Ausbau komplett oberirdisch durchzuführen, ist jedoch nur die Minimallösung. „Der Plan sollte nicht immer mit weniger Aufwand gewählt werden, sondern die nachhaltigste Lösung mit dem besten Ergebnis für Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt“, sagt Ohneberg.

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