Ein ehemaliger Apple-Software-Ingenieur gibt einen Einblick in die Anfangsjahre des iPhones.
15 Jahre ist es her, dass Apple sein erstes iPhone vorgestellt hat. Es hatte einen 3,5-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 480 x 320 Pixel. Die Einrichtung einer voll ausgestatteten virtuellen Tastatur auf diesem kleinen Bildschirm stellte Softwareentwickler vor eine große Herausforderung.
Ken Kocienda war einer von ihnen. Er hat an der Entwicklung dieser Tastatur mitgearbeitet und wird als „Erfinder der Autokorrektur für das iPhone“ bezeichnet. Kocienda teilte kürzlich einige Ideen über die Anfangsjahre des iPhones mit, einschließlich einer Erklärung dafür, warum Apples erstes Telefon kein Kopieren und Einfügen hatte.
Textlupe und Softwaretricks
Die kurze Antwort darauf: Es war einfach nicht genug Zeit, um die Funktion abzuschließen. Erst mit der Vorstellung des ersten iPhones konnte das Kocienda-Team die Funktion „Kopieren und Einfügen“ übernehmen. Früher beschäftigten sie sich mit Autokorrektur und virtueller Tastatur.
Damit der iPhone-Nutzer genau sehen konnte, wo sich der Mauszeiger befand und wo der Finger den Touchscreen berührte, musste eine Lösung für die Funktion „Kopieren und Einfügen“ gefunden werden. Im Zuge dessen kam Kocienda auf die Idee der mittlerweile allseits bekannten Textlupe mit Lupe.
iPhone 13 Pro Max vs. Iphone 3 g s
© Apfel
Der Weg zum Kopieren und Einfügen
Es ist jedoch ein neues Problem aufgetreten. Denn sobald der Finger aus dem Bildschirm kommt, springt der Cursor aufgrund des „natürlichen Blinzelns“ meist zwischen den Buchstaben hin und her.
So wurde der sogenannte „Touch History Record“ entwickelt. Die iPhone-Software merkt sich, wo ein Finger den Touchscreen verlässt, und lässt den Cursor genau dort, wo er den Bildschirm zuletzt berührt hat.
Ausgestattet mit diesen Funktionen war das mobile Betriebssystem von Apple bereit für die Funktion „Kopieren und Einfügen“. Es wurde 2009 als Teil des iPhone OS 3.0 eingeführt, das auf dem iPhone 3GS vorinstalliert war. Die Funktion „Kopieren und Einfügen“ tauchte sogar in einem Fernsehwerbespot auf.
Erfahren Sie mehr über die anfängliche Entwicklung des iPhone
Neben der Entwicklung dieses Schlüsselmerkmals erwähnte Kocienda einige andere Details, die für die frühen iPhones entscheidend waren. Zu einer Zeit, als sich iPhones weiter verbreiteten, waren Touchscreens weniger allgegenwärtig. Das war für viele etwas schwierig und man musste es erst lernen.
So war es laut Kocienda zum Beispiel gar nicht so einfach, jedes Mal einen kleinen Knopf auf der Oberfläche mit dem Finger zu drücken. Daher entwickelte das Team einen virtuellen Bereich, der etwas größer als die Auswahltasten selbst war, was die Verwendung des Touchscreens erheblich erleichterte, sagt Kocienda.
Derselbe Ansatz wurde auch bei der Entwicklung der Selbstkorrektur verwendet. Die Software merkt sich alle Buchstaben auf der Tastatur, die sich in unmittelbarer Nähe der mit dem Finger berührten Fläche befinden. Auf diese Weise konnten die Vorschläge präzise gestaltet werden.
Die Wahrnehmung täuscht
Kocienda erklärt auch, dass die Wahrnehmung irreführend ist, wenn man einen Touchscreen berührt. In der Regel wird angenommen, dass der Finger den Bildschirm höher berühren würde, als dies tatsächlich der Fall ist. Tatsächlich berührt nicht die Fingerkuppe den Bildschirm, sondern die Fingerkuppe darunter.
Auch hier wurde per Software nachgeholfen und die Diskrepanz zwischen tatsächlicher Wahrnehmung und Berührung des Bildschirms ausgeglichen. Dieser Spagat hält laut Kocienda bis heute an und ist auch der Grund, warum es manchmal etwas schwierig ist, den Touchscreen eines Smartphones verkehrt herum zu bedienen.