Deshalb kämpft die Ukraine ständig um die „tote“ Stadt Siewerodonezk

Das ist eine gefährliche Strategie

Deshalb kämpft die Ukraine ständig um „tote“ Städte.

Die Ukraine gibt „tote“ Städte nicht auf. Nicht nur, damit sie nicht in Russland fallen, sondern auch, um möglichst viele russische Soldaten in Straßenkämpfen zu töten.

Gepostet: 16:12 Uhr

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Aktualisiert: vor 16 Minuten

Städte wie Sievjerodonetsk in der Ostukraine scheinen derzeit entscheidend zu sein. Aber die Stadt scheint kurz davor, in die Hände Russlands zu fallen. Präsident Wolodymyr Selensky (44) hat Siewerodonezk bereits als „tote“ Stadt bezeichnet.

Russland hat sie dem Erdboden gleichgemacht und fast keine Zivilisten zurückgelassen. Aber die Kämpfe sind immer noch heftig, die Ukraine gibt nicht nach.

Laut Militäranalysten, die von der New York Times zitiert werden, hat dies eher damit zu tun, dass die Ukrainer nicht wollen, dass die Stadt in russische Hände fällt. Dahinter steckt eine klare Strategie: Die Ukrainer versuchen, die russischen Streitkräfte in Straßenkämpfe einzubinden.

“Russen kämpfen schlecht auf den Straßen”

Das bestätigte auch der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podoliak (50) in der Zeitung. “Die Russen kämpfen schlecht auf den Straßen”, sagte er. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Dadurch werden Verluste minimiert. Wir können lange durchhalten und im Gegenzug den Russen Verluste zufügen.“

In den Städten und Dörfern rund um die Hauptstadt Kiew hatte das schon zu Beginn des Krieges funktioniert.

Das sieht auch Gustav Gressel (43), Ukraine-Experte beim Europäischen Rat für auswärtige Angelegenheiten. Er sagt: “Wenn es den Ukrainern gelingt, sie in einen Straßenkampf zu verwickeln, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Russen Verluste erleiden, die nicht hingenommen werden dürfen.”

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Großes Risiko für die Ukrainer

Aber die Ukrainer riskieren diese Taktik. Er läuft Gefahr, in der Stadt eingeschlossen zu werden. Dies ist jetzt in Sievjerodonetsk noch wahrscheinlicher. Denn die letzte Brücke, die eine schnelle Flucht ermöglichen konnte, war zerstört.

Die Strategie wird wahrscheinlich immer noch angewendet, weil die Ukraine derzeit fast keine schweren Waffen hat. In offenen Feld- und Panzerartilleriegefechten ist die Ukraine mangels Waffen schlechter aufgestellt als im Nahkampf auf den eigenen Straßen. (EU)

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