Deshalb sind Geldprobleme in der National League kein Thema mehr

Marc Gianola will das bestmögliche Equipment aufs Eis bringen Bild: Tresorschlüssel

Nach der Corona-Krise steckt die Umzugsoffensive mittendrin. Aktuell holen die Nationalliga-Klubs viele hochkarätige Importspieler in die Schweiz und erklären, wie das wirtschaftlich funktioniert.

Konsequenzen

Vor nicht allzu langer Zeit hatten Schweizer Eishockeyklubs Geldprobleme bis zu den Knien. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wurde die Saison 2019/20 vor den Playoffs abgebrochen. Die folgende Spielzeit verlief fast komplett ohne Zuschauer, sodass den Vereinen ein Großteil ihrer Einnahmen entging. Der Bund intervenierte und unterstützte die Bundesliga-Klubs mit Zahlungen zwischen 1,4 und 5,4 Millionen.

Auch der HC Davos war davon betroffen. Zweimal in Folge musste der Schweizer Rekordmeister den Spengler Cup absagen, eine der Haupteinnahmequellen des Klubs. Vorstandsvorsitzender Gaudenz Domenig sagte damals: „Ohne die Hilfe der öffentlichen Hand werden wir nicht überleben.“

Diese Importspieler stehen für 2022/23 unter Vertrag:

Ajoie: Jérôme Leduc (Verteidiger, bisher), 🇨🇦 Guillaume Asselin (Verteidiger, bisher), 🇨🇦 Philip-Michael Devos (Verteidiger, bisher), 🇨🇦 Jonathan Hazen (Verteidiger, bisher).Ambri: Ja Janne Juvonen (Torhüter, bisher), 🇫🇮 Jesse Virtanen (Verteidiger, neu), 🇨🇿 Filip Chlapik (Stürmer, neu), 🇨🇿 Michael Spacek (Stürmer, neu).Bern: 🇨🇦 Éric Gélinas (Verteidiger, neu), 🇱🇻 Kaspars Daugavins (vorne, bisher / sollte den Verein verlassen), 🇩🇪 Dominik Kahun (vorne, bisher), 🇨🇦 Chris DiDomenico (vorne, neu).Biel: 🇫🇮 Juho Olkinuora (Torhüter, neu), 🇸🇪 Viktor Lööv (Verteidiger, bisher), 🇷🇺 Alexander Yakovenko (Verteidiger, bisher), 🇸🇪 Jesper Olofsson (Stürmer, neu), 🇫🇮 Toni Rajala (Stürmer, so weg), 🇫🇮 Jere Sallinen (vorne, so weit).Davos: Klas Dahlbeck (Verteidiger, neu), 🇸🇪 Magnus Nygren (Verteidiger, bisher), 🇸🇪 Leon Bristedt (vorne, neu), 🇸🇪 Joakim Nordström (vorne, neu), 🇸🇪 Denis Rasmussen (vorne, so weit), 🇨🇿 Matej Stransky (vorne, so weit).Genf: Henrik Tömmernes (Verteidiger, bisher), 🇫🇮 Sami Vatanen (Verteidiger, bisher), 🇫🇮 Valtteri Filppula (vorne, bisher), 🇸🇪 Linus Omark (vorne, neu), 🇨🇦 Daniel Winnik (vorne, bisher ) )).Freiburg: 🇺🇸 Ryan Gunderson (Verteidiger, bisher), 🇫🇮 Juuso Vainio (Verteidiger, neu), 🇸🇪 Jacob de la Rose (vorne, neu), 🇨🇦 David Deharnais (vorne, bisher), 🇸🇪 Marcus Sörensen (vorne ) , wir).Bälle: Lucas Ekestahl Jonsson (Verteidiger, neu), 🇨🇦 Jonathan Ang (vorne, neu), 🇨🇦 Eric Faille (vorne, bisher).Langnau: Sami Lepistö (Verteidiger, neu), 🇫🇮 Vili Saarjärvi (Verteidiger, neu), 🇨🇦 Alexandre Grenier (vorne, bisher), 🇫🇮 Harri Pesonen (vorne, bisher), 🇫🇮 Aleksi Saarela (vorne, bisher) .Lausanne: Mark Barberio (Verteidiger, bisher), 🇸🇰 Martin Gernat (Verteidiger, bisher), 🇨🇦 Cory Emerton (Stürmer, bisher), 🇨🇿 Michael Frolik (Stürmer, bisher), 🇸🇪 Robin Kovacs (Stürmer, neu ) ), 🇨🇿 Jiri Sekac (vorne, bisher).Lugano: Oliwer Kaski (Verteidiger, neu), 🇺🇸 Mark Arcobello (Stürmer, bisher), 🇨🇦 Daniel Carr (Stürmer, bisher), 🇨🇦 Troy Josephs (Stürmer, bisher).Rapperswil: 🇸🇪 Emil Djuse (Verteidiger, bisher), 🇨🇦 Maxim Noreau (Verteidiger, neu), 🇨🇿 Roman Cervenka (vorne, bisher), 🇩🇰 Nicklas Jensen (vorne, neu), 🇺🇸 Andrew Rowe (vorne, so wie weit), 🇺🇸 Jordan Schroeder (vorne, neu).Zürich: 🇨🇿 Simon Hrubec (Torhüter, neu), 🇫🇮 Mikko Lehtonen (Verteidiger, neu), 🇨🇦 Justin Azevedo (Stürmer, bisher), 🇺🇸 Garrett Roe (Stürmer, bisher), 🇸🇪, Lucas Wallmark).Zug: Christian Djoos (Verteidiger, bisher), 🇸🇪 Niklas Hansson (Verteidiger, bisher), 🇸🇰 Peter Cehlarik (vorne, neu), 🇸🇪 Carl Klingberg (vorne, bisher), 🇨🇿 Jan Kovar (vorne, bisher ) )), 🇺🇸 Brian O’Neill (vorne, neu).

Wir sind etwa zwei Monate vor Beginn der Saison 2022/23. Der HC Davos ist immer noch da und mit ihm der Wille, in die National League zu investieren. Da der EHC Kloten aufgestiegen ist und die Liga nun 14 Mannschaften umfasst, dürfen nun sechs ausländische Spieler auf dem Spielbericht stehen. Neun von 14 Teams haben bereits fünf oder mehr importierte Spieler in ihrem Kader. Sechs sind es bereits in Biel, Davos, Lausanne, Rapperswil und Zug. Und was am wichtigsten ist, es gibt sechs hochkarätige Spieler, von denen sich einige in der NHL, KHL oder Europa bewährt haben.

Kontingente verwenden

Der EHC Biel wollte unbedingt mit fünf importierten Spielern in die Saison starten, sagt General Manager Daniel Villard auf Watsons Anfrage. „Aufgrund der Abwesenheit von Joren van Pottelberghe mussten wir den Torhütermarkt neu erkunden. Auf dem Schweizer Torhütermarkt gab es für uns keine gangbare Alternative, also mussten wir die 6. Lizenz besetzen. Ausländer“. Sportdirektor Reto Kläy erklärt, dass der EV Zug zunächst auch mit fünf ausländischen Spielern geplant war. Doch als Marco Müller das Angebot der Zuger ausschlug und zum HC Lugano wechselte, reagierten sie mit einem weiteren Importstürmer.

Der Ausfall von Torhüter Joren van Pottelberghe zwang Biel zu einer Reaktion.

Andere Klubs haben einfach Angst, den Kontakt zu verlieren. Markus Bütler, General Manager der SCRJ Lakers, sagt: «Mit 14 statt zwölf Teams ist der Schweizer Spielermarkt geschrumpft. Wir wollen in der Liga konkurrenzfähig bleiben und treten deshalb mit sechs Ausländern an.»

“Wenn die guten Schweizer zum gleichen Preis auf dem Transfermarkt wären, würden wir versuchen, sie zu bekommen.”

Marc Gianola, Geschäftsführer des HC Davos

Marc Gianola vom HC Davos erklärt: „Das ist die Liga, die sechs Ausländer zulässt. Unsere Aufgabe als Verein ist es, die beste Mannschaft aufs Eis zu bringen. Gäbe es für den gleichen Preis gute Schweizer Spieler auf dem Transfermarkt, würden wir versuchen, sie zu bekommen. Im Moment finden wir jedoch keinen passenden Schweizer für die offenen Stellen.“

Danke für den Krieg?

So wird eine Tragödie für die Sportdirektoren der National League zum Glücksfall: Russland befindet sich im Krieg in der Ukraine. Jokerit Helsinki und Dinamo Riga haben sich beispielsweise aus der russischen Grand Ice Hockey League KHL zurückgezogen. Zudem entschieden sich viele europäische Spieler dafür, ihre laufenden Verträge bei der KHL nicht zu verlängern oder gar zu kündigen. In diesem Sommer sind also viele Spieler auf den Markt gekommen.

“Die Preise sind für die besten Spieler nicht drastisch gesunken.”

Reto Kläy, Leiter Sport EV Zug

Hat das den Preis gesenkt? Vereinsverantwortliche widersprechen dem ausdrücklich. „Der tragische Krieg in der Ukraine hat dazu geführt, dass viele hervorragende Spieler in guter Verfassung sind“, sagte Biels Daniel Villard. Die Zahl ausländischer Spieler mit guter Qualität zu einem vernünftigen Preis sei gestiegen, stimmt Markus Bütler von den Lakers zu. EVZ-Sportdirektor Reto Kläy hingegen erklärt: «Die Preise sind für die besten Spieler nicht drastisch gesunken.»

Andererseits besteht Einigkeit darüber, dass es heute mehr und bessere Player auf dem Markt gibt als je zuvor. Und die Zeit für den Streik ist gekommen.

Schau nicht zurück

Auch beim SC Bern. Der Klub, der seine Fans im Herbst 2020 aufgefordert hatte, ihre Dauerkarten nicht zurückzugeben, um zu überleben, hat in diesem Jahr nur vier importierte Spieler unter Vertrag. Einer von ihnen (Kaspars Daugavins) soll den Verein verlassen, und man ist optimistisch, dass bald eine Lösung gefunden wird. Der SCB hingegen hat den Schweizer Markt geprägt: Sven Bärtschi, Romain Loeffel und Marco Lehmann sind angekommen. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Jetzt ist es an der Zeit, wieder anzugreifen», sagte Marc Lüthi, der bald abreisen wird.

„Wir sind unseren Sponsoren und Abonnenten gegenüber verpflichtet, das bestmögliche Team auf das Eis zu stellen und zu versuchen, Meister zu werden. Sonst verkaufen wir keine Tickets mehr »

Marc Gianola, Geschäftsführer des HC Davos

Auch andere Klubs wollen nicht zu weit in die Vergangenheit blicken. Sie wollen die Saison 2020/21, für die Bundesmittel beansprucht wurden, strikt von der aktuellen Situation trennen: «Ich sehe keinen Zusammenhang mit dem Personal 2022/23», sagt Biel-CEO Daniel Villard. „Unsere Aufgabe ist es, eine konkurrenzfähige Mannschaft zu bilden, die sportlich und attraktiv genug ist, um Dauerkarten, Sponsoring und ähnliches zu verkaufen.“

Es klingt wie der HC Davos. Nach der Absage des Spengler Cups erhielt der Verein mit der Veranstaltungsversicherung (Schutzschirm) starke Unterstützung von Kanton und Bund. Jetzt ist es an der Zeit, in die Zukunft zu blicken. „Wir sind unseren Partnern, Sponsoren und Abonnenten gegenüber verpflichtet, mit dem verfügbaren Budget das beste Team aufs Eis zu stellen und zu versuchen, Meister zu werden. Sonst werden wir keine Tickets mehr verkaufen“, sagt Marc Gianola.

Davos erhält 3,3 Millionen vom Kanton

Da die Gesundheitsbehörde Graubünden dem HC Davos die Bewilligung zur Durchführung des Spengler Cup im Dezember 2021 einen Tag vor Turnierbeginn entzog, übernimmt die Ecke nun einen Teil der Kosten.

Der Verein konnte Überziehungskosten von rund 3,7 Millionen Franken nachweisen. Nach Abzug einer Franchise und einer Franchise erhält der HCD nun 3,3 Millionen vom Kanton.

Die SCRJ Lakers sagen, das Bundesgeld sei eine Entschädigung für entgangene Einnahmen aus Tickets gewesen und habe nichts mit der aktuellen Situation zu tun.

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