Deshalb will LPG die Skilifte schließen

Krieg in der Ukraine, Strommangel im Winter, Schließung von Skiliften: Der Vormarsch der Grünliberalen hat in der heutigen Sonderdebatte gute Chancen.

Sonnenuntergang hinter den Hochspannungsleitungen Collonges VS. – Schlüsselschlüssel

Ankündigungen

das Wesentliche zusammengefasst

  • Bei Stromausfall müssen unter anderem die Skilifte abgeschaltet werden können.
  • Das fordern die Grünliberalen und bekommen Links-Rechts-Unterstützung von der FDP.
  • Der Vorschlag wird heute im Nationalrat beraten.

Energieknappheit über mehrere Tage oder sogar Wochen im Winter ist eines der grössten Risiken für die Schweiz. Während die SP weniger Heizwärme fordert und die SVP Atomkraftwerke propagiert, steht das Rezept der Grünliberalen eher im Widerspruch zur Landschaft. Sie basieren auf dem, was normalerweise in der Landschaft zu finden ist: den Skiliften. Vor allem die Skilifte sind geschlossen.

Schalten Sie die Skilifte ab, bevor die Lichter ausgehen

Im Winter, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, kann es zu Energieknappheit kommen. Wenn die Sonne wegen schlechten Wetters keinen Strom produziert, gilt es als erstes, die ebenfalls zu wenig ausgelasteten Skilifte abzuschalten.

Ein unbemannter Skilift führt durch den Nebel bei Bettmeralp VS. – Nau.ch

«Sie sind nur ein Beispiel, weil sie bei bewölktem Wetter, also wenig Solarstrom, oft unnötig arbeiten», sagt LPG-Nationalrätin Barbara Schaffner. Natürlich kommen auch andere große Stromverbraucher, Industrieunternehmen wie Papierfabriken oder Stahlwerke in Frage.

LPG-Präsident Jürg Grossen und LPG-Nationalrätin Barbara Schaffner machen ein Selfie während der offiziellen Abschaltung des Kernkraftwerks Mühleberg am 20. Dezember 2019. – Keystone

Schaffner fordert in seiner Initiative, dass der Bund ein marktwirtschaftliches System schafft, in dem Unternehmen unterbrechbare Kapazitäten anbieten können. Wenn einige der Skilifte in einem Skigebiet eingestellt werden, sollten die Betreiber dafür entschädigt werden. Das sei immer günstiger, als einen Stromausfall oder gar einen Blackout zu riskieren, rechnet Schaffner vor. Denn Stromknappheit erreicht täglich Milliarden von Franken.

Aufstiegschancen im Nationalrat

Ihre Initiative ist Teil der heutigen Sonderdebatte. Die SVP hatte es unter der Überschrift «Entlastungsmassnahmen für Bevölkerung und Wirtschaft» wegen steigender Energiepreise gefordert. Von der SVP erwartet Schaffner keine Unterstützung, wohl aber von der SP, den Grünen und dem Zentrum. Auch seit der FDP haben einige Nationalräte die Initiative unterzeichnet.

Der Schmelzofen Stahl Gerlafingen. -zvg

Der Bundesrat lehnt den Vorschlag jedoch ab: Das Potenzial für zuschaltbare Leistung sei begrenzt und Reserve-Gaskraftwerke seien billiger. „Gaskraftwerke mit der Absicht zu bauen, sie nie nutzen zu müssen, ist nicht weniger teuer“, antwortet Schaffner. Außerdem besteht die Versuchung, die Gasanlage aus Notfällen heraus zu betreiben.

Sollen bei Stromausfall nicht ausgelastete Aufzüge und andere Großverbraucher abgeschaltet werden?

Schaffner erwartet ein Interesse energieintensiver Unternehmen, mit einem marktbasierten Instrument ungeplante Stillstände zu verhindern. „Unternehmen sollen selbst sehen: Ich kann das, ich will das, wie kann ich das“, sagt Schaffner.

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