Deshalb wird die Stadt am Wochenende zur Festung

In der Stadt Basel sind ausserordentlich viele Polizei- und Militärkräfte präsent. Der Grund ist der Zionistenkongress und die Feierlichkeiten zu seinem 125. Jahrestag.

Der erste Stein für die Gründung Israels

Vom 29. bis 31. August 1897 fand in der Stadt Basel im Stadtcasino der erste zionistische Kongress statt. Theodor Herzl, der den Kongress ins Leben rief, schrieb damals ‹In Basel gründete ich den jüdischen Staat›. Obwohl es vom ersten Kongress bis zur tatsächlichen Verwirklichung des Staates Israel weitere 50 Jahre dauerte, war der historische Kongress tatsächlich der Auslöser für die Gründung Israels.

„Wir können tatsächlich sagen, dass Basel der ursprüngliche Ort des Zionismus ist. Die zionistische Bewegung wurde hier vor 125 Jahren geboren. Basel spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle in der modernen Geschichte der Juden“, erklärt Alfred Bodenheimer, Professor für Jüdische Literatur- und Religionsgeschichte.

Erik Petry ist Historiker und stellvertretender Leiter des Zentrums für Jüdische Studien in Basel. Er betont: „Ohne diesen politischen Zionismus, ohne Basel, hätte es keinen Staat Israel gegeben.“ Hinter dem Zionismus steht der Wunsch nach einem separaten und sicheren Staat für die Juden. Um Israel zu gründen, musste Palästina weichen. Seitdem gibt es Konflikte im Gazastreifen. Eine Demonstration am Sonntag in Basel soll auf die palästinensische Sichtweise aufmerksam machen.

Große Sicherheit und Schließungen

Unzählige Polizei- und Militärtruppen sind derzeit im Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, den Kongress und die Feierlichkeiten vor möglichen Angriffen zu schützen. Es gibt eine Militärstation im Bäumlihof, einen Hubschrauberlandeplatz im Parkhaus der Messe und das Casino der Stadt, das Hotel Drei König und das Messegelände sind mit Pollern und Absperrungen ausgestattet.

Die Wiese Bäumlihof ist am Wochenende militärisches Sperrgebiet. (Bild: Telebase)

Damit will die Stadt Basel die Teilnehmer der kongressbezogenen Veranstaltung vor möglichen Übergriffen schützen. „Das erleben wir heute leider in vielen Dingen der Gesellschaft: dass Institutionen, die mit jüdischer Kultur, Geschichte und Leben zu tun haben, geschützt werden müssen“, sagt Erik Petry. Er fügt hinzu: „Der Zionismus und der Staat Israel stehen unter großem Druck, sie werden häufig angegriffen. Diese Feier ist dann ein guter Anlass für Staatsgegner, das deutlich zu machen.”

Auf dem Barfüsserplatz finden das Superwochenende, das Public Viewing des Bundeskampfes und das Älplerfest statt, und am Sonntag zieht auch die Demonstration „Free Palestine – No Zionist Congress“ direkt durch den Barfüsserplatz.

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