Deutsche Bahn: Kritik an Datenschutzbeauftragten im DB Navigator ist „unbegründet“

Die Deutsche Bahn (DB) wehrt sich entschieden gegen Vorwürfe des Datenschutzverbandes Digitalcourage sowie von IT-Sicherheitsforschern und -anwälten, mit der App DB Navigator Kunden auszuspionieren. Kritik an der Reise- und Buchungsinfo-App sei “unbegründet”, teilte der Berliner Konzern mit. Bei der Nutzung werden „keine Kundendaten an Drittanbieter übermittelt“.

Bahn: Nur pseudonymisierte Daten

Laut Aktivisten ist der „DB Schnüffel-Navigator“ voll von nicht abwählbaren Trackern und Cookies, die Reisende überwachen. Jetzt wollen sie klagen. Alle Dienstleister, mit denen Sie in der App zusammenarbeiten, „sind vertraglich gebunden, handeln nicht im eigenen Interesse und befolgen strikt die Weisungen der DB“, kontert das Verkehrsunternehmen. Dies sind keine Dritten im Sinne der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Die Deutsche Bahn betont: „Alle im DB Navigator in der Kategorie ‚Muss‘ aufgeführten Technologieanbieter verarbeiten Daten ausschließlich zum Zweck der Sicherstellung der vielfältigen Funktionen und der Stabilität der Anwendung für täglich mehr als zwei Millionen Kunden“. Es gibt keine personenbezogenen Daten, nur pseudonymisiert. Sie wurden sogar „isoliert auf den einzelnen Anbieter“ als „anonymisierte Dateninhalte“ präsentiert.

Sparsam sammeln, schonend behandeln?

DB betont, dass keiner der US-Partner wie Adobe, Google oder Optimizely „die Daten anderweitig oder gar für eigene Marketingzwecke verwenden“ könne. Ein webseiten- oder anwendungsübergreifendes Tracking von Clients ist mit den umstrittenen Cookies nicht möglich. Generell lege der Konzern „großen Wert auf die sparsame Erhebung und sorgfältige Verwaltung“ von Kundendaten.

Zu den Bedenken von Digitalcourage sei ausführlich Stellung genommen und ein Interview vereinbart worden, heißt es. Darauf reagierte der Verein jedoch nicht. Eine Sprecherin betonte: „Deshalb nehmen wir die jüngsten öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten mit Erstaunen zur Kenntnis.“ Die Experten der Gruppe stehen zudem in engem Kontakt mit den zuständigen Datenschutzbehörden.

Vermeiden Sie unerwünschtes Tracking

Computersicherheitsforscher Mike Kuketz, der eine erste Analyse der Navigator-App durchführte und die Tracker fand, war überrascht, „dass große Konzerne wie die DB das Thema Datenschutz nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen“. Sie haben die Ressourcen dafür. Der Verweis auf die Definition von „Dritten“ in der DSGVO führt die Diskussion nur zu einer Tatsache, die überhaupt nicht zu beanstanden ist.

In einem Blogbeitrag gibt der Experte Tipps, wie das „Daten-Streaming-Verhalten“ zumindest durch Android-Apps beeinflusst und unerwünschtes Tracking verhindert werden kann. Er verwies auch auf eine Analyse der „Stiftung Warentest“, wonach die Bahn-App beim Datenschutz „nicht so genau“ sei. Dabei erfolgende Übermittlungen von personenbezogenen Daten sind als „kritisch“ einzustufen.

(tw)

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