Deutschland hat Wembley im Visier

Zudem hat Deutschland noch nie in einem Pflichtspiel gegen die erstmals im Halbfinale vertretenen „Les Bleues“ verloren. 2005 (3:0) und 2009 (5:1) gab es klare Erfolge in der Gruppenphase der EM, 2011 ein 4:2 in der Gruppenphase der WM. In ihrem letzten Pflichtspiel, im Viertelfinale der WM 2015, gewannen sie nach einem 1:1-Unentschieden nur mit 5:4 im Elfmeterschießen.

„Wir wissen, dass Frankreich eine enorme Qualität im Umschaltspiel und fantastische Einzelspieler mit viel Tempo hat“, lobte DFB-Teamchefin Martina Voss-Tecklenburg. Dein Team wird alles geben, um zu überleben. „Ich bin überzeugt, dass Frankreich nach unserer Leistung im Viertelfinale auch Respekt vor uns haben wird. So gesehen wird es wahrscheinlich ein ausgeglichenes Spiel“, sagte der 54-Jährige.

Deutschland trifft auf Frankreich

Im zweiten Halbfinale treffen Deutschland und Frankreich aufeinander. Das Spiel wird zum Duell der Gegensätze, denn während die Franzosen ihre Stärke in der Offensive haben, ist die Defensive für die Deutschen ein Triumph.

Der zweimalige Weltmeister und Olympiasieger von 2016 hat noch kein Gegentor kassiert und erzielte dabei elf Tore. „Wir haben ein Weltklasse-Team, das viel kann. Und wir haben gezeigt, dass es viel braucht, um gegen uns ein Tor zu erzielen“, sagte DFB-Torhüterin Merle Frohms. Bitter ist allerdings, dass Klara Bühl eine offensive Stütze ist. Die 21-Jährige, die den ersten Gegentreffer vorbereitete Österreich und war “Spieler des Spiels”, fehlt wegen eines positiven Coronavirus-Tests.

Letzte enge Spiele

Auch aufgrund der jüngsten Duelle in den Testspielen ist ein enges Verhältnis zu erwarten. Im Februar 2019 gewannen die Deutschen in Laval mit 1:0, die Franzosen im Juni 2021 in Straßburg mit 1:0. Es war auch der Beginn einer guten Serie, die 17 Siege in den letzten 18 Länderspielen umfasste. Lediglich ein 1:1 im letzten Gruppenspiel des aktuellen Turniers gegen Island blieb die Ausnahme.

„Ich bin wirklich stolz auf die Mannschaft, sie macht ihre Sache wirklich gut und gibt absolut alles, um erfolgreich zu sein“, sagte Trainerin Corinne Diacre. Da viele Veteranen in der Vergangenheit aufgelöst wurden, spielt nur Wendie Renard von der „Alten“ noch eine wichtige Rolle. Die 32-Jährige ist im Frauenfußball so erfolgreich wie keine andere, gewann mit Olympique Lyon 15 französische Meisterschaften, neun Pokale und acht Champions League-Titel, zuletzt im Mai beim 3:1 gegen den FC Barcelona.

Auch AP/Cal Sport Media/Darren Staples France setzt auf seine Starspielerin Wendie Renard

Auch die Innenverteidigung fällt durch ihre Höhe von 1,87 Metern auf. „Sie ist eine absolute Führungsfigur. Wir müssen sie gut gegen Standardsituationen verteidigen, weil sie ein gutes Kopfballspiel hat“, sagte DFB-Mittelfeldspielerin Sara Däbritz, die nach ihrem Abgang von PSG in der kommenden Saison auch bei Lyon arbeiten wird.

Bei den Weltmeisterschaften 2011, 2015 und 2019, den Europameisterschaften 2013 und 2017 sowie den Olympischen Spielen 2012 und 2016 ging Renard mit Frankreich leer aus. „Die Vergangenheit ist Teil meiner Geschichte und auch der Nationalmannschaft. Es liegt an uns, das zu ändern”, sagte der Verteidiger von Martinican.

Frankreich nie im Finale

Das wäre auch für Deacon wichtig, denn die 47-Jährige, die nach der EM 2017 an den Start ging, hatte sich das Finale zu ihrem Minimalziel gemacht. Deacon ist bekannt für seinen harten, oft sturen Charakter, sein Verhältnis zu den Medien ist nicht das beste. Kritik gibt es auch aus der französischen Öffentlichkeit, da die defensive Spielweise bemängelt wird. Der Erfolg sollte sich nun für die Frau beweisen, die seit 2014 mit Clermont Foot aus der zweiten französischen Liga als erste Frau in Europa einen Männerklub in den höchsten Ligen trainierte.

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