deutscher CDU-Politiker
Die junge Hoffnung scheint Kinnert in zwei Bücher geschrieben zu haben
Stand: 13:41 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Der breitkrempige Hut ist zum Markenzeichen von Diana Kinnert geworden
Quelle: pa/dpa/Fabian Sommer
Plagiatsexperte Stefan Weber findet in Diana Kinnerts „Für die Zukunft sehe ich schwarz“ und „Die neue Einsamkeit“ „teilweise großangelegte Plagiate“. Der 31-jährige CDU-Politiker räumt ein, nicht sorgfältig gearbeitet zu haben und entschuldigt sich.
In den letzten Jahren hat die Politik der CDU Diana Kinnert zwei Bücher veröffentlicht: 2017 erschien „Ich sehe schwarz für die Zukunft: Voller moderner Konservatismus“, letztes Jahr „Die neue Einsamkeit: und wie wir sie als Gesellschaft überwinden können. ” Aber es scheint, dass die 31-Jährige es veröffentlicht hat, anstatt es komplett selbst zu schreiben. Eine Analyse des Plagiatsexperten Stefan Weber kommt zu dem Schluss, dass Kinnert, der zuletzt Mitglied im Werteausschuss von Parteichef Friedrich Merz war, beide Bücher in erheblichem Umfang kopiert hat.
In einer Stellungnahme schreibt er, dass Kinnert in beiden Büchern „an mehr als 200 Passagen teils umfangreich plagiiert“ habe. Demnach schrieb er unter anderem an WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt, FAZ-Redakteur Markus Wehner und Publizist Leander Scholz und soll „ohne Zitat aus Wikipedia abgeschrieben“ haben. In „I See Black for the Future“ fand Weber 22 plagiierte Passagen, in „The New Solitude“ sogar 203 auf 448 Seiten.
Die Bücher enthielten Bibliographien, “die die Quellen der Plagiate nicht erwähnen”. Während “Für die Zukunft sehe ich schwarz” “groß angelegte, fast textliche Übernahmen” aufweist, sind die Übernahmen in “Die neue Einsamkeit” kleiner, aber noch zahlreicher. Bei vielen Plagiatsseiten können auch Urheberrechtsverletzungen der betreffenden Autoren behauptet werden.
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Laut FAZ hat sich Kinnert, der als Nachwuchshoffnung der CDU gilt, inzwischen für sein Plagiat entschuldigt. Auf Nachfrage gab er zu, nicht sorgfältig gearbeitet zu haben. Freiwillig habe sie das aber nicht getan, so Kinnert. „Bei meiner Recherche habe ich vielleicht Textschnipsel verwechselt, Schriftarten in Entwurfsdateien kopiert, vorausgesetzt, ich hatte sie schon richtig paraphrasiert.“
Hardcover- und Taschenbuchausgaben von Die neue Einsamkeit wurden vom Verlag Hoffmann und Campe aus dem Verkauf genommen.