Die Abstimmung zum Klimaschutz im EU-Parlament ist gescheitert

Auch Akten zum EU-Grenzausgleichsmechanismus für Importe bestimmter Produkte wie Stahl und Zement aus Ländern mit niedrigeren Klimaschutzstandards und die Einrichtung eines Klimasozialfonds zur Entlastung einkommensschwacher Haushalte werden an den Umweltausschuss zurückverwiesen.

Für Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) ist das EU-Klimapaket genau das, was jetzt gebraucht wird. „Ein Ausweg aus der Klimakrise und der Abhängigkeit von russischem Erdgas“, sagte Gewessler am Mittwochabend in einer Aussendung. Die im EU-Parlament getroffenen Entscheidungen geben ihnen viel Zuversicht. „Denn eine Verwässerung des Maßnahmenpakets ließe sich bei den meisten Projekten vermeiden.“

Vor der Beschlussfassung im Parlament war fast eine Stunde lang über Änderungsanträge abgestimmt worden, deren Ergebnisse Grünen und Sozialdemokraten nicht besonders gefielen. Das Plenum hatte unter anderem einem Änderungsantrag der christdemokratischen EVP-Fraktion zugestimmt, der vorsah, dass die Einführung einer CO2-Steuer an der Grenze bis 2034 vollständig umgesetzt sein soll. Die Sozialdemokraten und die Fraktion der Liberalen hatten eine ERNEUERUNG 2032 für 2032 vorgeschlagen die CO2-Grenzsteuer.

Die Atmosphäre im Plenum wurde angespannter und die Vorsitzende der Sozialdemokraten, Iratxe Garcia, bat um eine kurze Pause. Unmittelbar danach stimmten 340 Abgeordnete gegen die ETS-Reform, 265 dafür und 34 enthielten sich.

„In einem beispiellosen Manöver hat dieses Links-Rechts-Bündnis dieses wichtige Element des Klimaschutzpakets vorerst auf den Kopf gestellt und damit auch die Finanzierung des sozialen Klimafonds aufs Spiel gesetzt“, sagte ÖVP-Delegationsleiterin Angelika Winzig Europa. Parlament, und Alexander Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im Europäischen Parlament, in einer Sendung.

Das EU-Parlament „ist gespalten zwischen industriefreundlichen Betonarbeitern aus konservativen und liberalen Fraktionen und Klimaschützern, die keine Verwässerung zulassen wollen“, sagte der Grünen-Abgeordnete Thomas Waitz. „Am Ende mussten die Grünen die notwendige Notbremse ziehen und gegen den Bericht stimmen, sonst wäre die Position des Europäischen Parlaments hinter die Position der Kommission zurückgefallen, was das Ende des Grünen Paktes bedeutet hätte.“

Die Generalüberholung und Ausweitung des Emissionshandels sei richtig, “aber mit dem schwachen Engagement, das die Konservativen vorantreiben wollten, hätten wir die Klimaziele verloren. Deshalb habe ich auch gegen diesen Reformvorschlag gestimmt”, betonte Claudia. Gamon MdEP von NEOS nach der Abstimmung. Ähnlich sah es der WWF. „Die Abgeordneten haben heute rechtzeitig den Stecker gezogen. Dadurch wurde verhindert, dass die EU-Emissionsreduktionsziele stark beschnitten werden“, sagte Thomas Zehetner, Sprecher für Klima und Energie beim WWF Österreich.

Hintergrund der Abstimmung ist ein Vorschlag der EU-Kommission für das Gesetzespaket „Fit für 55“, um die schädlichen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren und bis 2050 klimaneutral zu werden von der EU-Kommission in Kraft treten, müssen Parlament und EU-Staaten zustimmen.

Der Emissionshandel ist eines der wichtigsten Instrumente zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen und zur Bekämpfung der Klimakrise. So müssen beispielsweise Teile der Industrie oder Stromerzeuger für den Ausstoß von Gasen wie Kohlendioxid (CO2) aufkommen. Geplant war unter anderem, es auf Gewerbebauten und den Verkehr auszudehnen und die Emissionen schneller zu reduzieren. Auch der geplante Grenzausgleichsmechanismus der EU – eine Art Einfuhrzoll auf CO2-Emissionen von Waren – und der Klimasozialfonds für einkommensschwache Haushalte werden zunächst ausgesetzt, weil sie eng mit dem Handel von Emissionen verknüpft sind.

Im Rahmen des Klimapakets hat das Parlament am Mittwochabend jedoch für ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 gestimmt. Zudem müssten ausländische Händler künftig eine Abgabe zahlen, wenn sie ihre Produkte in der EU verkaufen und dabei klimaschädliche Gase ausstoßen während der Produktion. . Dabei soll es auch um Aufforstung und andere Möglichkeiten zur CO2-Speicherung gehen.

Wie lange es dauert, bis das Parlament über einen neuen Kompromiss abstimmen kann, ist offen. Bisherige Gespräche waren schwierig. “Diese neue Vereinbarung könnte heute Nachmittag, in zwei Wochen oder im Juli getroffen werden. Ich weiß es immer noch nicht”, sagte Pascal Canfin, Vorsitzender der Umweltkommission.

Bei zahlreichen Ausschusssitzungen im vergangenen Jahr haben Parlamentarier versucht, eine gemeinsame Position zu finden, über die nun das gesamte Parlament abstimmen muss. Dann müssen die Gesetze mit den Staaten ausgehandelt werden, bevor sie verabschiedet werden können.

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