Die Arbeitslosenquote sinkt: 5,7 Prozent im Mai in Arbeitslosigkeit

von. – 01.06.2022 10:33 (akt. 01.06.2022 12:53)

Johannes Kopf, AMS-Vorstand: Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 5,7 Prozent. © APA / GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)

Die positive Entwicklung des heimischen Arbeitsmarktes setzt sich trotz hoher Energiepreise und des Krieges in der Ukraine fort. Die Zahl der Arbeitslosen war Ende Mai um 20,6 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat.

Trotz hoher Energiepreise und des Krieges in der Ukraine setzt sich die Erholung des Arbeitsmarktes fort. Die Arbeitslosenquote lag im Mai mit 5,7 % auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Wieder gab es ein Arbeitszeugnis. „Diese Entwicklung ist auf die Kombination aus saisonalen Effekten und weiterhin guter Konjunktur in Relation zu unseren aktiven arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zurückzuführen“, sagte Arbeitsminister Kocher (ÖVP) am Mittwoch in einer Aussendung.

Die Zahl der Arbeitslosen ging um 20,6 Prozent zurück

Die Zahl der Arbeitslosen und Auszubildenden lag Ende Mai um 20,6 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. 311.543 Personen waren arbeitslos oder in AMS-Ausbildung gemeldet, das sind 80.817 weniger als vor einem Jahr. Auch die Zahlen sind gegenüber dem Vormonat zurückgegangen, Ende April waren 327.308 Menschen arbeitslos.

Mehr als 138.000 offene Stellen sind dem AMS gemeldet

Mehr als 138.000 offene Stellen wurden Ende Mai im Arbeitsmarktservice (AMS) als sofort verfügbar gemeldet. „Nach den Rekordwerten der letzten drei Monate stellt diese Zahl ein Rekordhoch an offenen Stellen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt dar“, sagte Arbeitsminister Kocher. Der Stellenmonitor des ÖVP-Wirtschaftsbundes verzeichnet derzeit mehr als 281.000 offene Stellen, davon 40.000 im Tourismus. Der Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes zählt und bewertet mit einer Software alle Online-Stellenangebote in Österreich.

Wirtschaftsvertreter warnen vor den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen

Wirtschaftsvertreter warnen seit langem vor den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Arbeitskräftemangels: “Die Sommersaison steht vor der Tür und Tourismusunternehmen finden keine Arbeitskräfte. Jetzt müssen wir schnell handeln”, sagte Kurt Egger, Generalsekretär der Wirtschaftsverband, in einer Pressemitteilung. Als Sofortmaßnahme könnten die Quoten für Saisonkräfte im Tourismus außerhalb der EU auf 4.000 verdoppelt werden, sagte Egger. Laut AMS gab es Ende Mai rund 36.000 Arbeitslose und Auszubildende, die zuvor im Beherbergungs- und Gaststättengewerbe gearbeitet hatten.

AK fordert mehr Investitionen in die kaufmännische Ausbildung

Die Arbeiterkammer fordert die heimischen Unternehmen auf, mehr in die betriebliche Ausbildung zu investieren. „Die Ausbildung junger Menschen und die Aus- oder Umschulung von Erwachsenen sind die wichtigsten Maßnahmen, um die Wirtschaft mit Fachkräften auszustatten und ihnen ein gutes Berufsleben zu ermöglichen“, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl. Unternehmen müssten „endlich lernen, ihren Personalbedarf mittel- und langfristig zu planen“.

Die Wirtschaftskammer drängt auf eine Reform der Arbeitslosenversicherung

Die Wirtschaftskammer drängt wegen der “Austrocknung des Arbeitsmarktes” auf eine umfassende Reform der Arbeitslosenversicherung. „Deshalb ist es an der Zeit, mit der Arbeitsmarktreform mehr Anreize für Beschäftigung zu setzen“, sagte WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Mittlerweile gibt es mehr als doppelt so viele offene Lernende wie Auszubildende. „Die Vorwürfe des Abgeordnetenhauses, es würde die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe verringern, sind daher völlig unbegründet.“

Die Arbeitslosigkeit soll weiter sinken

Johannes Kopf, Mitglied des AMS-Vorstands, rechnet mit weiter sinkender Arbeitslosigkeit. „Daher ist der österreichische Arbeitsmarkt von Wirtschaftsprognosen, die aufgrund von Krieg, hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie Störungen in der Versorgungskette deutlich nach unten revidiert wurden, praktisch unbeeindruckt“, sagte Kopf. Im Juni dürften weniger als 300.000 Menschen zum ersten Mal seit langem wieder Arbeit suchen.

Rückgang der Kurzarbeitsverhältnisse

Ende Mai waren 49.492 Personen für den Kurztag vorangemeldet. „Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies einen Rückgang um 3.096 Personen in der kurzfristigen Früheinschulung“, sagte Arbeitsminister Kocher. Diese Entwicklung zeige, “dass die Zahl der Voranmeldungen für befristete Stellen derzeit nicht von den wirtschaftlichen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine beeinflusst wird”.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging zurück

Positivere Nachrichten gibt es vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 38 Prozent auf 90.000 gesunken. Hinzu kamen 9.763 sofort verfügbare Lernplätze gegenüber insgesamt 4.522 sofort verfügbaren Lernbewerbern.

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