Die Ärztekammer sieht einen “dramatischen” Mangel an Notärzten

Chronik

Die Ärztekammer Niederösterreich ortet einen „dramatischen“ Notarztmangel im Land. „Wir sehen im medizinischen Notfall die Sicherheit und das Leben des Einzelnen gefährdet“, warnte Präsident Harald Schlögel am Freitag.

08.12.2022 17.15

Ab heute, 15:17 Uhr online

„Je weniger besetzt die Stützpunkte sind, desto länger dauert die Anfahrt und desto unwahrscheinlicher ist es, einen freien Notarzt zu finden. Die Arbeitsbelastung und Belastung in dieser Spezialdisziplin nimmt stetig zu, was den Notarztmangel weiter verschärft“, so Schlögel sagte.

Die Gründe für den Mangel sind vielfältig. Der Trend, dass mehr Notärzte in Rente gehen als neue, dürfte “massiv zunehmen”. „Grund dafür ist unter anderem eine Trainingsumstellung, die mittlerweile sehr komplex geworden ist. Zudem passt das Verhältnis zwischen psychischer oder körperlicher Belastung und Entlohnung nicht“, erklärte Franz Tödling, Leiter der Abteilung Not- und Rettungsdienst, Katastrophenmedizin und Bereitschaftsdienst der Ärztekammer Niederösterreich und selbst führend Notarzt.

Die Ärztekammer benötigt ständiges Personal

Tödling sprach sich dafür aus, das Telemedizin-Pilotprojekt im Bezirk Tulln als Brückenmaßnahme auf ganz Niederösterreich auszudehnen. Ein oder zwei Notärzte könnten sich per App mit den Sanitätern vor Ort verbinden, um erste Maßnahmen abzuklären und Entscheidungen über das weitere Vorgehen zu treffen. Zudem müsse das Land die Vergütung an vergleichbare ärztliche Tätigkeiten anpassen, sagte er. Mittelfristig sollte über eine Gruppierung von Rettungsstützpunkten nachgedacht werden, damit diese wieder rund um die Uhr besetzt sind. Zudem forderte Tödling Veränderungen im Training.

Vertreter des Landes Niederösterreich, Rettungsorganisationen und der Ärztekammer Niederösterreich werden sich im August treffen, um Sofortmaßnahmen zu langfristigen Lösungen zu entwickeln.

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