Die asiatischen Aktienmärkte tendierten Anfang der Woche in unterschiedliche Richtungen.
ÖSTERREICH
Die Wiener Börse schloss nach einem volatilen Kurs mit einem roten Zeichen.
Der ATX verzeichnete hohe Anfangsverluste, konnte aber teilweise in den grünen Bereich vordringen. Schließlich schloss der Index aber wieder tiefer: Am Ende betrugen die Verluste 0,55 Prozent auf 2.863,34 Punkte.
Nach einem wechselnden Handelstag ging der Wiener Markt über das Wochenende hinaus. Inflationssorgen, Zinsängste und die Rezession bleiben zentrale Marktthemen. In der Eurozone ist die Inflationsrate wieder auf ein Allzeithoch gestiegen, wurde am Freitag bekannt gegeben. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent, so eine erste Schätzung des Statistikamtes Eurostat. Ökonomen rechneten nur mit einer durchschnittlichen Rate von 8,5 Prozent. Im Vormonat hatte der Kursanstieg noch 8,1 Prozent betragen.
„Immer mehr Anleger scheinen auf den Rezessionszug aufzuspringen. Der desaströse Mix aus hoher Inflation und Energieknappheit wird nach wachsenden Befürchtungen die Rezession in den USA und der Eurozone forcieren“, so die Helaba-Experten. . DEUTSCHLAND
Der deutsche Aktienmarkt schloss am Freitag mit leichten Gewinnen.
Der DAX startete mit Abschlägen, konnte diese aber wieder ausgleichen und notierte am Ende 0,23 Prozent höher bei 13.813,03 Punkten.
Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wird der DAX noch gezählt, immerhin konnte der deutsche Leitindex den letzten Handelstag der Woche mit dem Höchststand beenden.
Im Euroraum stieg die Inflationsrate erneut auf ein Rekordhoch. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni im Jahresvergleich um 8,6 Prozent. Ökonomen rechneten nur mit einer durchschnittlichen Rate von 8,5 Prozent. „Bei der Inflation gibt es trotz des deutschen Hilfspakets keine Entspannung“, kommentierte Ökonom Thomas Gitzel von der liechtensteinischen VP Bank.
“Rezessionsängste haben die Finanzmärkte fest im Griff. Hohe Inflationsraten und heftige Kommentare mehrerer Notenbanker halten die Zinserhöhungen hoch und damit die Konjunktursorgen”, sagte die Commerzbank.
WALL STREET
US-Investoren wagten sich am Freitag vorsichtig an die Absicherung.
Der Dow Jones stieg zum Handelsschluss um 1,05 Prozent auf 31.097,26 Punkte. Er eröffnete 0,12 Prozent unter 30.737,77 Punkten, schaffte aber am Nachmittag im zweiten Anlauf einen nachhaltigen Anstieg in die Gewinnzone. Der Hightech-Index NASDAQ Composite beendete das Wochenende mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 11.127,85 Punkte. Auch konnte sie ihren Anfangsverlust von 0,20 Prozent auf 11.006,83 Punkte ausgleichen und im Handelsverlauf einen Gewinn verbuchen.
Nach den gestrigen Verlusten und dem traurigsten Halbjahr für Aktien seit 1970 haben die Anleger der Wall Street am Freitag wieder etwas Mut geschöpft. Im Vorfeld des langen Wochenendes – am Montag findet wegen des Independence Day kein Handel statt – interpretierten die Anleger die eher verhaltenen Daten für den Aktienmarkt positiv. Denn dies könnte die US-Notenbank von einem zu forschen Tempo bei der Straffung der Geldpolitik im Kampf gegen die zu hohe Inflation abhalten, so die im Einzelhandel übliche Spekulation.
„Falls das Inflationsfieber etwas nachlässt, verschafft das der Fed mehr Spielraum. Das könnte ausreichen, um die Wirtschaft zu beruhigen, ohne nennenswerte Kollateralschäden anzurichten“, resümiert Fidelity Investments-Ökonom Jurrien Timmer.
Trader wollten jedoch nicht von einem Trendinvestment sprechen. Denn die hohe Inflation und die Gegenmaßnahmen der Notenbanken schüren weiterhin Ängste vor einer Wachstumsverlangsamung bis hin zur Rezession. „Wir können sehen, dass sich das Szenario auf eine Rezession vorbereitet“, warnte Seema Shah, Chefstratege von Principal Global Investors. Er rechnete Anfang nächsten Jahres mit einer Rezession.
Aktuelle Daten zeigten keine Anzeichen einer Rezession, sondern eine Verlangsamung des Wachstums. Laut ISM hat sich die Aktivität der US-Industrie im Juni abgeschwächt. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe fiel auf ein Zweijahrestief und verlor ebenfalls die Erwartungen, blieb aber im Wachstumsbereich. Auch der von S&P Global für Juni erhobene Einkaufsmanagerindex gab in seiner zweiten Veröffentlichung nach, blieb aber ebenfalls auf Wachstumskurs und übertraf sogar leicht die Erwartungen. Die Baudaten waren jedoch schwach.
„Insgesamt gibt der ISM-Index zwar Befürchtungen zu, dass die aggressive Straffung der Fed zu einer starken Verlangsamung der Wirtschaft führen wird, aber die Details deuten auch darauf hin, dass diese Verlangsamung zu einem schnelleren Rückgang der Inflation führen könnte, als viele heute glauben“, sagte Andrew Hunter, an Ökonom bei Capital Economics. , etwas beruhigende Zinssorgen.
ASIEN
Die asiatischen Aktienmärkte bewegen sich am Montag in unterschiedliche Richtungen.
In Tokio notiert der Nikkei um 19 Uhr MESZ 0,47 Prozent höher bei 26.056, 44 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland ist der Shanghai Composite um 0,14 Prozent auf 3.392,22 gestiegen. Hang Seng ist derweil um 0,59 Prozent auf 21.730,54 gefallen.
Die dominierenden Probleme am Markt bleiben die Inflation, die Reaktion der Notenbanken darauf und die mit einer Rezession verbundenen Ängste.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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