Stand: 01.08.2022 06:56 Uhr
Vor knapp vier Wochen kündigte der britische Premier Johnson seinen Rücktritt von der Partei- und Regierungsspitze an. Konservative Abgeordnete können ab heute über die Nachfolge stimmen. Außenministerin Truss führt Umfragen an.
Rund drei Wochen nach der Rücktrittserklärung des britischen Premiers Boris Johnson beginnen die Mitglieder der konservativen Tory-Partei mit der Abstimmung über einen Nachfolger. Die rund 200.000 Mitglieder der Partei können zwischen Außenministerin Liz Truss und dem ehemaligen Finanzminister Rishi Sunak wählen. Die Abstimmung endet am 2. September und das endgültige Ergebnis wird am 5. September bekannt gegeben.
Bisherige Meinungsumfragen sehen Truss klar vor Sunak. Tory-Abgeordnete hatten die beiden für den zweiten Wahlgang zum Parteivorsitzenden und damit auch zum Regierungschef gewählt. Demnach zieht der Wahlsieger auch an den Regierungssitz in der Downing Street. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder, die der Tory-Partei bis spätestens 3. Juni beigetreten sind.
Sunak gilt als Kritiker von Johnson
Der amtierende Premierminister Johnson kündigte am 7. Juli nach beispiellosem Druck des Kabinetts seinen Rücktritt an. Es folgten mehrere Skandale. Außenminister Truss verteidigte wiederholt den scheidenden Premierminister. Sein Gegenkandidat Sunak hingegen kritisierte Johnson scharf.
Insgesamt acht Parteimitglieder hatten sich um die Nachfolge Johnsons beworben. In mehreren Wahlgängen musste der Kandidat mit den wenigsten Stimmen aus dem Rennen gehen.
Fernsehduell und Regionalkonferenzen
Truss und Sunak treffen morgen erneut in einem Fernsehduell aufeinander. Zuvor werden sie sich auf einer Regionalkonferenz namens “Hustings” in der Stadt Exeter im Südwesten Englands erneut Fragen von Parteimitgliedern stellen. Zehn dieser “Rennen” sind vor Ablauf der Abstimmungsperiode angesetzt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Fiskalpolitik.
Die Opposition hatte nach der Nachfolgeentscheidung bereits vorgezogene Parlamentswahlen ausgerufen, die aber nicht zwingend sind. Die nächste reguläre nationale Abstimmung ist für 2024 geplant.