Die Bundesregierung unterstützt Gazprom Germania mit Milliardenbeträgen

Aktualisiert am 14.06.2022 um 17:58 Uhr

  • Die Bundesregierung rettet ein wichtiges Gasversorgungsunternehmen in Deutschland vor der Insolvenz.
  • Dafür gibt der Staat viel Geld aus.

Weitere aktuelle News finden Sie hier

Die Bundesregierung will den Gaskonzern Gazprom Germania mit Milliarden unterstützen, um eine Pleite zu verhindern. Damit soll die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleistet werden, teilte die Bundesregierung am Dienstag in Berlin mit.

Laut Regierungskreisen handelt es sich um eine Summe zwischen neun und zehn Milliarden Euro. Daher wird die Hilfe über die staatliche Förderbank KfW bereitgestellt.

Gazprom Germania Schlüsselunternehmen für die Gasversorgung in Deutschland

Die Gazprom Germania GmbH ist laut Bundesregierung ein Schlüsselunternehmen in der Gasversorgung Deutschlands. Das über Sanktionen von russischer Seite gestolperte Unternehmen will sich mit einem Kredit vor einer Insolvenz schützen: „Mit diesem Vorgehen behält die Bundesregierung Einfluss auf diesen Teil der kritischen Energieinfrastruktur und verhindert, dass die Energiesicherheit gefährdet wird.“

Anfang April übernahm die Bundesregierung über die Bundesnetzagentur die Kontrolle über die deutsche Tochtergesellschaft des russischen Staatskonzerns Gazprom. Die Bundesnetzagentur wurde Verwalter.

Mitte Mai verhängte Russland jedoch Sanktionen gegen Gazprom Germania und fast alle Tochtergesellschaften von Gazprom Germania, wodurch das Unternehmen nach Angaben der Bundesregierung in „finanzielle Schwierigkeiten“ geriet.

Der Ausfall von Gaslieferungen infolge russischer Sanktionen und die daraus resultierende Notwendigkeit, Ersatzteile zu derzeit sehr hohen Marktpreisen zu beschaffen, hätte die finanzielle Situation von Gazprom Germania so verschlechtert, dass die Bundesregierung die Liquidität mit einem KfW-Darlehen sicherstellen müsste.

Zweck des Darlehens ist die Vermeidung einer Insolvenz und die Vermeidung der Folgewirkungen

Mit dem Kredit will die Bundesregierung die Insolvenz des Unternehmens und Nachmarkteffekte vermeiden. Das Geld dient der Liquiditätssicherung und dem Kauf von Ersatzgas.

Auch die Verwaltung der Treuhand von Gazprom Germania durch die Bundesnetzagentur muss langfristig über den September hinaus gewährleistet werden. Dazu muss die Treuhandverwaltung auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt werden.

Gazprom Germania wird zudem in Securing Energy for Europe GmbH umbenannt. Damit soll ein klares Signal an den Markt gesendet werden, dass das Ziel der getroffenen Maßnahmen die Sicherstellung der Energieversorgung in Deutschland und Europa ist.

Die Bundesregierung prüft Möglichkeiten, das Darlehen in Kapital umzuwandeln, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Das würde bedeuten, dass der Staat in das Unternehmen einsteigen würde. (dpa/mbo)

Aktualisiert am 14.06.2022 um 15:33 Uhr

Russisches Gas für Deutschland wird immer knapper. Der russische Energieriese Gazprom hat nun angekündigt, die maximale Gasliefermenge über die Nord-Stream-1-Pipeline von der Ostsee nach Deutschland um 40 Prozent zu reduzieren.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *