Die Credit Suisse lässt das Finanzdrama um Adani kalt

Wirtschaftskriminalität an der Wall Street

CS lässt Finanzdrama wegen Adani kalt

Der indische Konzern Adani geht derzeit mit schweren Vorwürfen durch die Presse. Das macht nun auch die Banker der Credit Suisse nervös, denn die Adani-Gruppe ist ihr Kunde.

1/5

Die Adani-Gruppe soll Indien nach Angaben eines US-Hedgefonds “systematisch geplündert” haben.

Die Credit Suisse will sich nicht noch einmal die Finger verbrennen. Die Schweizer Hauptbank soll keine Sicherheiten mehr für Wertpapierkredite der Adani-Gruppe akzeptieren, berichtet das Nachrichtenportal Bloomberg.

Die Adani-Gruppe liefert derzeit Stoff für einen Hollywood-Film. Ein amerikanischer Hedgefonds namens Hindenburg überraschte die Anleger letzte Woche mit einem Bericht über die Adani Group, einen Megakonzern in Indien. „Dies ist eines der ungeheuerlichsten Beispiele für Unternehmensbetrug in der Geschichte“, schrieb Hindenburg. Die Aktien mehrerer Konzerngesellschaften fielen am Mittwoch an der Börse um bis zu 30 Prozent.

Die Credit Suisse setzt den Wert auf Null

Deshalb scheinen die Leute bei der Credit Suisse jetzt nervös zu werden. Die Private-Banking-Sparte der Grossbank hat den Wert der von der Adani-Gruppe hinterlegten Sicherheiten auf Null gesetzt. Tatsächlich können Kunden Wertpapiere mit bis zu 75 Prozent ihres Wertes verleihen. Deshalb soll der Konzern nun neue Garantien abgeben. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AWP lehnte CS eine Stellungnahme ab.

Sind das also die Lehren aus den beiden großen Debakeln bei Archegos und Greensill? Mit dem Spekulationsvehikel Archegos und dem Finanzunternehmen Greensill Capital hat die Großbank 2021 Milliarden in die Irre geführt.

Die Adani-Gruppe soll Indien “systematisch geplündert” haben, heißt es in der schweren Anklageschrift der US-Investmentfirma. Im Kern geht es um mutmaßliche Kursmanipulationen und Bilanzfälschungen durch ein Netzwerk von Briefkastenfirmen. Auf den ersten Blick wirkt der Bericht seriös: Laut US-Medien sind die Vorwürfe ausführlich dokumentiert. Allerdings ist der Hedgefonds nicht uninteressant: Er hat massiv gegen die Adani-Gruppe gewettet.

Adanis Chef bestreitet die Vorwürfe

Anführer der Adani-Gruppe ist Gautam Adani (60), der reichste Mann Asiens und der zweitreichste Mensch der Welt. Gautam Adani will nicht kampflos untergehen. Am Wochenende startete sie eine Werbeoffensive mit Anzeigen auf den Titelseiten der größten Zeitungen Indiens.

Montag dann der Schritt vor die Weltöffentlichkeit. In einem mehr als 400 Seiten starken Dokument versuchte der 60-Jährige den Verdacht zu entkräften, dass sein Aufstieg zu einem der reichsten Menschen der Welt nicht richtig war. “Der Hindenburg-Bericht ist eine große Lüge”, sagte Adani. (smt/nim)

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *