Geschäft
In den vergangenen Wochen sind die Preise vielerorts stark gestiegen und die Inflation erreichte im Mai acht Prozent. Diese Preissteigerungen machen sich nun auch im Kaufverhalten der Menschen bemerkbar.
02.06.2022 12.44
Online ab heute, 12.44 Uhr
Laut einer Umfrage des Wirtschaftsverbandes Österreich geben 53 Prozent der Menschen an, deutliche finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen, was sich im Kaufverhalten widerspiegelt, bestätigt die Wirtschaftskammer.
Stärkere Nachfrage nach günstigeren Produkten
„Dem Handel tut es absolut leid. Es ist so, dass man bewusster und bewusster einkauft: Wer bewusster kauft, kauft automatisch weniger. Oft kauft man günstiger ein“, sagt Gerhard Wohlmuth, Sprecher der Vertriebslinie Wirtschaftskammer Steiermark.
NACHRICHTEN
Acht Prozent Inflation im Mai
Auch Rainer Will, der in Schladming lebt und Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Österreich ist, sieht diese Ressource günstiger, vor allem bei Lebensmitteln, in denen noch immer zweistellige Premiummarken-Wachstumsraten zu verzeichnen seien, weil die Ausgangsbeschränkungen zurückgegangen seien die Steigerung der Sparquote und Regionalität und Einstellung beurteilt werden. Dies hat sich umgekehrt und wir sehen zweistellige Wachstumsraten bei erschwinglichen Marken und Inbound-Produkten.“
Viele kaufen nur das, was sie brauchen
Auch im Online-Handel oder in der Modebranche merke man Einbrüche, so Will: „Es ist ganz klar: Wenn du nach Hause fährst und einen Großteil deines Einkommens ‚auffüllst‘ und den Rest für Strom oder Wohnen brauchst, dann musst du nur eben bleiben für Lebensmittel und nicht mehr für klassische Konsumgüter wie Mode oder Elektronik; dort spürt der Handel natürlich, dass die Nachfrage sinkt.
Der Handel selbst leidet unter hohen Einkaufspreisen
Der Handel selbst kauft nun 26 Prozent teurer ein und muss diese Kosten an die Kunden weitergeben; Dabei seien die steigenden Energiekosten noch nicht einmal eingerechnet, sagt Will.
Die Politik ist nun gefragt: Das Steuerniveau soll verbessert werden, damit die arbeitende Bevölkerung brutto sauberer wird, und die Lohnnebenkosten sollen gesenkt werden.