Nach dem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in der ukrainischen Handels- und Industriestadt Kremenchuk mit mindestens 18 Toten wird die Suche nach weiteren möglichen Opfern fortgesetzt. 36 Menschen würden am Dienstagmorgen noch vermisst, schrieb der Gouverneur der Region Poltawa, Dmytro Lunin, im Nachrichtendienst Telegram. Hunderte Rettungskräfte sind vor Ort. Lunin hat auch Bilder gepostet, die schwere Metallplatten zeigen, die von einem Kran angehoben wurden.
Ukrainischen Quellen zufolge wurden bei dem Angriff am Montag mindestens 18 Menschen getötet. Die Ukraine machte Russland dafür verantwortlich. Dies kann nicht überprüft werden. Der Angriff wurde international scharf verurteilt.
Die Rakete schlug am Nachmittag in das Gebäude ein. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden bei dem Angriff X-22-Luft-Boden-Raketen eingesetzt. Diese seien von Tu-22-Langstreckenbombern aus der russischen Region Kursk abgefeuert worden, sagte er.
Russlands Vorräte an Präzisionswaffen schrumpfen
Vor dem Angriff war ein Luftalarm ertönt. Innenminister Denys Monastyrskyj schätzte, dass sich trotz des Alarms noch zwischen 200 und 1.000 Menschen im Einkaufszentrum aufgehalten hätten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte zunächst, es seien mehr als 1.000 Menschen in dem Gebäude gewesen.
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Michaela Wiegel, Paris
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Lorenz Hemicker
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Das American Institute for War Studies (ISW) erwartet, dass russische Streitkräfte in Zukunft häufiger ähnliche Angriffe durchführen werden. Da deren Nachschub an Präzisionswaffen weiter zurückgeht, dürften diese Angriffe mit „erheblichen Kollateralschäden für die Zivilbevölkerung“ nach aktueller Einschätzung in der Nacht zum Dienstag zunehmen.
Die EU hat am Dienstag die “heftige” Zerstörung von Kaufhäusern verurteilt. Die anhaltende Bombardierung von Zivilisten und Zivilgebäuden sei inakzeptabel und komme einem Kriegsverbrechen gleich, sagte EU-Außenbeauftragter Josep Borrel in Brüssel. Er sprach von „einer weiteren verabscheuungswürdigen Tat“ und verwies auf die jüngsten Raketenangriffe auf Wohngebiete von Kiew. Russland werde dafür verantwortlich sein, sagte Borrell.
Russland bezeichnete den Vorfall als Folge einer Kettenreaktion. Nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums wurde ein städtisches Depot mit Waffen aus dem Westen beschossen. Dadurch explodierte die Munition. Dies verursachte das Feuer im Einkaufszentrum.