„China hat eine starke technologiebasierte Strategie“, sagt Machtlinger. „Und natürlich verfolgen sie neben wirtschaftlichen auch militärische Ziele. Uns ist klar, dass das Militär in China Vorrang hat, wenn es um Ressourcen geht.“ Aber ist das Land auch strategisch innovativ? „Das chinesische Bildungssystem zielt auf Wiederholung, nicht auf Innovation“, sagt Machtlinger. In Europa und den USA entstehen sehr innovative Dinge.
Laut dem Vorstandsvorsitzenden der FACC AG muss sich Europa stärker auf Technologie, Software und Elektronik konzentrieren. In Österreich würden hier noch die Schwerpunkte fehlen.
Auch Europa sieht Pollmann als innovativ an. „Wir hatten eine starke Autoindustrie in Europa“, schließlich ist sie seiner Meinung nach im Aufholprozess. Eine echte Chance sieht er im Bereich Nachhaltigkeit. “Aber die EU ist da so zahnlos.” Schwieriger wird es nur, wenn verschiedene Länder unterschiedliche Interessen verfolgen.
„Es liegen viele Chancen auf dem Tisch“, stimmt Torsten Philipp zu. Um Europa in eine „Position der Stärke“ zu versetzen, müssen eine Reihe von Fragen gestellt werden, wie zum Beispiel: „Was bedeutet die Abkehr von fossilen Brennstoffen? Was brauchen wir in der Zukunft?“ Dies ist China unter anderem im Schiffbausektor bereits gelungen.
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Was die vier Industrieakteure außerdem gemeinsam haben: Sie alle haben in den letzten 30 Jahren massiv vom Abbau von Grenzen und Zöllen profitiert. Doch wie soll es hier weitergehen?
Gerstenmayer sieht das Ende der Globalisierung nicht am Horizont. Sondern “eine andere Art von Globalisierung”. Physische Warenströme mögen in Zukunft lokaler werden, aber eine zunehmend digitale Welt steht erst am Anfang der Globalisierung. „Es gibt keinen Stopper“, sagt Gerstenmayer. “Wir sehen, wie belastbar die Wertschöpfungskette ist, wenn sie globalisiert wird.”
Auch Torsten Philipp glaubt an eine neue Ära der Globalisierung mit neuen Regeln. „Vielleicht müssen wir unsere rosa Europabrille ablegen“, sagt Geislinger-Geschäftsführer mit einem leichten Lächeln. “Transformation durch Handel war eine schöne und romantische Geschichte.”