Die Europäische Kommission schlägt einen Kompromiss zum Ölembargo vor

Der anhaltende Streit um europäische Ölembargopläne gegen Russland droht den am Montag beginnenden EU-Gipfel in Brüssel zu überschatten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur blockierte die Regierung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban (58) am Sonntag die Einigung auf einen neuen Kompromissvorschlag, der die Zustimmung zu Finanzzusagen der EU davon abhängig macht. Darüber hinaus äußerten auch Länder wie die Niederlande Vorbehalte.

Um die seit Wochen bestehende Blockade Ungarns aufzulösen, hatte die EU-Kommission zuvor vorgeschlagen, den Import von per Schiff transportiertem Öl nur vorübergehend zu unterbinden. Ungarn, das stark von russischen Energiequellen abhängig ist, könnte weiterhin Öl aus Russland über die riesige Druschba-Gaspipeline beziehen.

Auch Raffinerien in der Slowakei und Tschechien sowie in Polen und Ostdeutschland sind an die Leitung angeschlossen. Allerdings haben Deutschland und Polen bereits deutlich gemacht, dass sie sich trotz eines Embargos noch in diesem Jahr von der russischen Ölversorgung unabhängig machen wollen. Davor dürfte das Ölembargo aber noch nicht vollständig in Kraft sein.

Ölembargo-Streit: Harter Kurs gegen Ungarn gefordert

Der deutsche CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat sich im Gespräch über das geplante EU-Ölimportverbot aus Russland gegen weitreichende Zusagen zugunsten Ungarns ausgesprochen. „Ehrlich gesagt bin ich es leid, dass die gesamte EU immer den Zweifeln folgen muss, wenn es um Sanktionsentscheidungen geht“, sagte der christdemokratische EVP-Vorsitzende vor dem EU-Parlament vor dem EU-Sondergipfel am Montag. und Dienstag.

Blockiert der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die notwendige Geschlossenheit gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, sollten zwischenstaatliche Lösungen ohne Ungarn gesucht werden.

“Wenn es nicht anders geht, sollte dieser Weg nicht ausgeschlossen werden”, sagte Weber und verwies auf die Option, über ein Ölembargo ohne Beteiligung Ungarns zu entscheiden. Orban muss gezeigt werden, dass er den Rest der EU nicht als Geisel halten kann. (SDA)

Der deutsche CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat sich im Gespräch über das geplante EU-Ölimportverbot aus Russland gegen weitreichende Zusagen zugunsten Ungarns ausgesprochen. „Ehrlich gesagt bin ich es leid, dass die gesamte EU immer den Zweifeln folgen muss, wenn es um Sanktionsentscheidungen geht“, sagte der christdemokratische EVP-Vorsitzende vor dem EU-Parlament vor dem EU-Sondergipfel am Montag. und Dienstag.

Blockiert der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban die notwendige Geschlossenheit gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, sollten zwischenstaatliche Lösungen ohne Ungarn gesucht werden.

“Wenn es nicht anders geht, sollte dieser Weg nicht ausgeschlossen werden”, sagte Weber und verwies auf die Option, über ein Ölembargo ohne Beteiligung Ungarns zu entscheiden. Orban muss gezeigt werden, dass er den Rest der EU nicht als Geisel halten kann. (SDA)

Europas Angst vor den Folgen

Die EU kämpft seit Wochen für ein Ölembargo. Es wurden Befürchtungen geäußert, dass dieser Schritt zu einem weiteren drastischen Anstieg der Energiepreise in Europa führen könnte. Banker warnen vor steigenden Ölpreisen, Politiker befürchten eine Destabilisierung in Europa.

Die nun erforderlichen finanziellen Zusagen in Ungarn beziehen sich laut EU-Kreisen vor allem auf die Gelder, die das Land für den mittelfristigen Umbau seiner Ölinfrastruktur will. Die Budapester Regierung beziffert die Kosten für den notwendigen Umbau nichtrussischer Ölraffinerien auf bis zu 550 Millionen Euro. Außerdem müssen den Angaben zufolge 200 Millionen Euro investiert werden, um das Land künftig über eine Gaspipeline von der Adriaküste aus zu versorgen.

Die Niederlande haben laut Diplomaten jedoch erhebliche Probleme mit dem vorgeschlagenen Kompromiss. Sie befürchten ungleiche Spielbedingungen in der EU, wenn einige Staaten weiterhin relativ billige Ölpipelines in Russland kaufen. Dies ist auch deshalb relevant, weil der Rotterdamer Hafen bisher ein wichtiger Umschlagplatz für russisches Öl war und dort aufgrund des Embargos zunächst Geschäfte einbrechen könnten.

Russen sollen weiterhin Immobilien in der EU kaufen können

Der ursprüngliche Vorschlag der Europäischen Kommission sah vor, die Einfuhr von russischem Rohöl aufgrund des Krieges in der Ukraine in sechs Monaten und die Einfuhr von Erdölprodukten in acht Monaten vollständig einzustellen. Nur Ungarn und die Slowakei sollten 20 Monate erhalten.

Deutschland sei nach Angaben von EU-Diplomaten bei den Konsultationen in der EU am Sonntag grundsätzlich bereit, den Kompromissvorschlag der Kommission zu akzeptieren. Gleichzeitig machte die Bundesregierung deutlich, dass die Ausnahmen nicht wirklich in ihrem Interesse liegen.

Es wird auch berichtet, dass die Kommission ihren Vorschlag zurückgezogen hat, Russen den Kauf von Immobilien in der EU als Teil des sechsten Sanktionspakets zu verbieten. (SDA)

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