Die Evaluierung läuft noch: Möglich ist der Nachfolger des 9-Euro-Scheins ab Ende 2022

Laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing ist ein Nachfolgeangebot für das Ende August auslaufende 9-Euro-Ticket nach Ende des Jahres oder Anfang 2023 möglich. Anfang November sollen dann Daten zum Ticket vorliegen, die es geben soll bei der Einschätzung helfe, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Wie sind die Erfahrungen damit? Welche Rolle spielt der Preis? Welche Rolle spielen die einfache Handhabung oder die nationale Gültigkeit?“ Das sind die Fragen.“ Es wird viel spekuliert, aber man weiß es wirklich nicht. Deshalb brauchen wir die Ergebnisse der Auswertung.“

Öffentliche Verkehrsmittel können in Deutschland zwischen Juni und August für neun Euro im Monat genutzt werden. Für ein Nachfolgemodell wurde unter anderem eine Jahreskarte von 365 Euro oder eine Monatskarte von 69 Euro vorgeschlagen. Das Hauptproblem ist hier die Finanzierung. Der Bund fördert den 9-Euro-Schein mit rund 2,5 Milliarden Euro. Wissing will sich weiterhin nicht auf eine Nachfolgelösung festlegen. „Wir brauchen ein Modell, das zu den Haushalten der Länder und auch zum Haushalt des Bundes passt.“

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Kommt es zu einer Einigung zwischen Bund und Ländern, könnte es schnell gehen. „Wir haben gesehen, dass wir in wenigen Wochen einen Vorschlag auf den Tisch legen und ein digitales Ticket anbieten konnten. Insofern bin ich optimistisch, dass es auch diesmal schnell gehen kann.“

Bei der Halbzeit des 9-Euro-Scheins sieht Wissing die wesentlichen Ziele erreicht. „Wir haben etwas ausgelöst, das für den öffentlichen Verkehr sehr wichtig war, nämlich einen Modernisierungsschub“, sagte er. „Dadurch ist der öffentliche Verkehr etwas digitaler, einfacher und fahrgastorientierter geworden, und das alles in wenigen Wochen.“

Wissing bezeichnete das Ticket als „großen Erfolg“. „Wir haben 21 Millionen Tickets an mehr als 10 Millionen Abonnenten verkauft. Den öffentlichen Nahverkehr hat man lange nicht mehr gesehen.“ Unter den 31 Millionen Nutzern waren viele Fahrgäste, aber auch Wanderer. Weniger als 0,1 Prozent der Züge waren so stark ausgelastet, dass Sicherheitspersonal eingreifen musste -Pandemieniveau, wobei die Zahl der Läufer seit 2020 um etwa ein Fünftel zurückgegangen ist.

Es ist wichtig, dass der angebotene Preis und die angebotene Leistung stimmen. „Es ist nicht so, dass der niedrigste Preis immer die größte Zufriedenheit bringt. Wenn die Leistung dahinter nicht stimmt, nützt es niemandem, für einen Euro fahren zu können, aber das Tempo passt nicht“, sagte Wissing mit Blick auf das vorgeschlagene 365-Euro-Ticket.

Wissing will auch einen Schub geben, um den Tarifdschungel des Nahverkehrs zu durchbrechen. “Wir haben viele Bahnhöfe, teilweise mit mehreren Fahrkartenautomaten, die keiner wirklich versteht.” (dpa)

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