Die Gaslieferung von Nord Stream 1 wurde wieder aufgenommen

Stand: 21.07.2022 07:12 Uhr

Nach zehn Tagen fließt wieder Gas: Russland beliefert Europa wieder über die Pipeline Nord Stream 1. Über die Höhe der Liefermenge gibt es allerdings widersprüchliche Angaben.

Nach der Wartung von Nord Stream 1 hat am Morgen die Gasversorgung durch die deutsch-russische Gaspipeline wieder begonnen. Dies wird mit den aktuellen Lieferdaten angezeigt. Auch ein Sprecher des Betreibers bestätigte die Wiederaufnahme gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Es werde noch einige Zeit dauern, bis die volle Transportkapazität erreicht sei, sagte der Sprecher. In jüngerer Zeit wurde ungefähr die gleiche Gasmenge wie vor der Wartung angekündigt, nämlich etwa 67 Millionen Kubikmeter pro Tag. Dies entspricht einer Auslastung von 40 % der maximalen Kapazität. Bei entsprechender Vorankündigung können sich die mitgeteilten Beträge jedoch auch im Tagesverlauf ändern.

Die Liefermenge ist noch unklar

Noch ist unklar, wie viel Gas nach Russland transportiert werden soll. Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, schrieb auf Twitter, dass Reservierungen nur etwa 30 Prozent der Kapazität ausmachten; Buchungsänderungen an einem Tag wären sehr ungewöhnlich.

Zwei mit den Plänen für russische Gasexporte vertraute Personen hatten der Nachrichtenagentur Reuters vor der Wiederaufnahme der Lieferungen zudem mitgeteilt, dass Russland die Lieferungen über Nord Stream 1 wieder aufnehmen wolle, wenn auch in kleinerem Umfang.

Zehn Tage außer Betrieb

Nord Stream 1 ist seit dem 11. Juli für 10 Tage wegen jährlicher Wartung außer Betrieb. Zuvor lag die Auslastung nur bei 40 Prozent der möglichen Kapazität.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat vor einer weiteren Reduzierung der russischen Gaslieferungen durch die Ostseepipeline gewarnt. Wenn Russland die reparierte Turbine nicht in Kanada berge, drohe die tägliche Produktionskapazität Ende Juli deutlich zu sinken, sagte Putin laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS am Rande eines Treffens in Teheran.

Das Liefervolumen in den kommenden Monaten dürfte beispielsweise die deutsche Wirtschaft, aber auch Privatkunden stark beeinflussen, da es voraussichtlich Gaspreise beeinflussen wird. Entscheidend dürfte auch sein, inwieweit Deutschland seine Gasspeicher vor der kalten Jahreszeit füllen kann und ob es zu Engpässen kommt.

North Stream 1: Gas fließt wieder

Annette Kammerer, ARD Moskau, aktuell Berlin, 21.07.2022 06:46 Uhr

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