22.07.2022 12:49 (22.07.2022 14:22)
Als Reaktion auf die erste Ölkrise wurde bereits 1973 unter dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky ein temporäres Tempolimit von 100 km/h eingeführt. © APA
Die Mobilitätsorganisation VCÖ begrüßt den Vorschlag des Landeshauptmannes von Kärnten Peter Kaiser (SPÖ), die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu reduzieren.
Laut einer Studie des Umweltbundesamtes würde ein Auto, das nur 100 statt 130 km/h fährt, 23 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. „Geschwindigkeitsbegrenzungen sind eine Maßnahme, die schnell und einfach umsetzbar ist, wenig kostet, aber großen und vielfachen Nutzen bringt“, sagt Michael Schwendinger vom VCÖ.
Derzeit gehe es laut Schwendinger darum, wo immer möglich Energie zu sparen. Ein Tempolimit ist hier ein einfacher, aber effektiver Schritt. Bei einer Reduzierung von 130 auf 110 km/h sinkt der Verbrauch um 17 Prozent, bei 100 km/h um bis zu 23 Prozent. Der VCÖ spricht sich daher für 80 km/h statt 100 km/h auf offener Straße aus.
Auf die gleiche Weise werden auch die CO2-Emissionen reduziert. Ein Auto, das bei 130 km/h sieben Liter auf 100 Kilometer verbraucht, braucht bei 110 km/h nur 5,8 Liter und bei 100 km/h nur 5,4 Liter. Oder anders ausgedrückt: Mit einem vollen 50-Liter-Tank fährt dieses Auto 714 Kilometer bei Tempo 130, aber 925 Kilometer bei Tempo 100.
Der Mobilitätslagebericht des Umweltbundesamtes weist für 2019 ein Einsparpotenzial von 460.000 Tonnen CO2 in Österreich zur Reduzierung der Geschwindigkeit auf 100 km/h aus, was einer Verbrauchsreduzierung von rund 180 Millionen Litern pro Jahr und Einsparungen entspricht von 360 Millionen Euro bei aktuellen Kraftstoffpreisen.
Als Reaktion auf die erste Ölkrise wurde bereits 1973 unter dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky ein temporäres Tempolimit von 100 km/h eingeführt.
„Heute befinden wir uns in einer noch größeren Energiekrise sowie einer sich verschärfenden Klimakrise. Wir müssen alle Möglichkeiten der Energieeinsparung nutzen, um unsere gefährliche Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren, und dazu gehören auch Ölimporte“, warnt Schwendinger. .