Am kommenden Mittwoch (27. Juli) müssen sich Passagiere der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa auf vermehrte Flugausfälle und Verspätungen einstellen. Bei laufenden Lohnverhandlungen für rund 20.000 Bodenarbeiter hat die Gewerkschaft Verdi zu einem eintägigen Streik aufgerufen. Zum Bodenpersonal gehören Techniker und Logistiker, ohne deren Dienste das Flugzeug nicht abheben kann.
Verdi hatte ein erstes Tarifangebot der Lufthansa abgelehnt, sich aber bereit erklärt, die Verhandlungen für den 3. und 4. August fortzusetzen. Nach Gewerkschaftsangaben hatte das Unternehmen in den Gesprächen feste Gagen und eine erfolgsabhängige Komponente über einen Zeitraum von 18 Monaten angeboten.
„Die Situation an den Flughäfen hat zugenommen“
Die Gewerkschaft hingegen fordert für zwölf Monate 9,5 Prozent mehr Geld auf den Lohntafeln. Bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sollen vor allem die untersten Lohngruppen profitieren. Die Lohnerhöhung muss mindestens 350 Euro betragen, zudem müssen alle Stundenlöhne deutlich vom gesetzlichen Mindestlohn abweichen, der im Oktober auf 12 Euro pro Stunde steigen wird.
Angesichts von Überarbeitung, hoher Inflation und einer dreijährigen Lohnkürzung seien deutliche Lohnerhöhungen gerechtfertigt, sagte Verhandlungsführerin Christine Behle. Sie ist Vizepräsidentin von Verdi und zugleich Vizepräsidentin des Lufthansa-Aufsichtsrats. Die Situation an den Flughäfen eskaliere, sagte Behle. Eine Überbesetzung durch erheblichen Personalmangel, eine hohe Inflation und eine dreijährige Gehaltskürzung würden die Mitarbeiter zunehmend unter Druck setzen.
Die Warnstreiks sollen am Mittwoch, den 27. Juli um 3.45 Uhr beginnen und bis Donnerstag, den 28. Juli, um 6 Uhr dauern.