Wer Hoffnung sucht, findet sie hier: die Bushaltestelle Dübendorf.
Bild: VBG
Die Welt stolpert von einer Krise in die nächste. Umso überraschter war der Journalist, als er auf eine Oase der Hoffnung stieß. Aber warum es existiert, ist ein Rätsel.
Krieg und Ruin in der Ukraine. Welthunger. Das Corona-Virus ist zurück, die Klimakrise ist nie verschwunden. Es ist wahrscheinlich, dass nur sehr wenige Menschen über die guten Zeiten sprechen, die die Welt derzeit erlebt. Aber wenn man schaut, findet man es hoffentlich noch in Dübendorf, im Zürcher Agglomerationsgürtel.
Die Oase des Vertrauens ist nur einen Steinwurf vom Bahnhof Stettbach entfernt und auf den ersten Blick wenig spektakulär. Aber eine Tafel hier verkündet unmissverständlich: Hoffnung. Weiß auf blauem Grund, weil: Es ist der Name einer ZVV-Haltestelle.
Es ist rätselhaft, wie ausgerechnet diese Haltestelle in einem (sorry, liebe Einwohnerinnen und Einwohner) eher trostlosen Winkel des Kantons Zürich zu einem so starken Namen kam. Zumindest größtenteils. Sicher ist, dass Hoffnig seit langem der Flurname für dieses Gebiet ist, wie die Gemeindeverwaltung Dübendorf auf Anfrage erklärt. Die Community weiß auch nicht, worauf genau dieser Feldname basiert.
Sie ist jung, hoffe
Deshalb ruft der Journalist bei der heimatkundlichen Dokumentationsstelle in Dübendorf an, wo Hugo Maeder abhebt. Sieh dir deine Unterlagen an und dann kannst du folgendes berichten: Dübendorfer Hoffnung ist relativ jung. “Der Name Hoffnung taucht erst um 1850 auf.”
Laut Maeder gab es schon immer eine Obere Hoffnung und eine Untere Hoffnung, obwohl es in der Unteren Hoffnung auch ein Gasthaus gab. Aber selbst der Heimatforscher weiß nicht, woher der Name kommt.
Wirtschaft in der Low Hope, undatiertes Foto.
Foto: Hugo Mäder
Ein Ortsnamen-Suchportal kennt auch ein Ob-Haus. Hoffnung. Es befand sich südlich von Hoffnig an der Stettbachstraße.
Es ist schwer zu fassen, Hoffnung. Es gibt in der ganzen Schweiz weitere Flurnamen, die darauf verweisen, zum Beispiel in Glarus. Dübendorf ist aber nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Auch nachts dank Nachtbus. Vielleicht möchten Sie sich daran erinnern, ob Ihnen die Weltlage mal wieder zu deprimierend erscheint.