Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat Mitte Juni die Zinsänderung angekündigt; Infolgedessen steigen die Hypothekenzinsen weiter. Hingegen gab es im Juni keine Anzeichen für eine Trendwende bei den Haus- und Wohnungspreisen, wie der Schweizer Immobilienangebotsindex zeigt.
Steigende Zinsen verteuern Hypotheken und machen Immobilienanlagen weniger attraktiv. Dies könne sich negativ auf die Nachfrage nach Wohnimmobilien auswirken, schrieben die SMG Swiss Marketplace Group und das Immobilienberatungsunternehmen IAZI am Montag in einer Stellungnahme zum Schweizer Immobilienangebotsindex. Es ist jedoch immer noch das Gegenteil: Die Preise steigen weiter!
Gemäss dem Schweizerischen Immobilienangebotsindex haben die Verkäufer von Eigentumswohnungen ihre Preiserwartungen im Juni nochmals deutlich um 1,1 Prozent in einem Monat angehoben. Auch für Einfamilienhäuser forderten die Anbieter höhere Preise. Allerdings beträgt der Aufpreis dort etwas weniger als 0,3 Prozent.
Werden die Preise bald sinken?
Es bleibt abzuwarten, ob die Zahlungsbereitschaft der Eigenheimkäufer weiterhin den steigenden Preiserwartungen der Verkäufer folgen wird. Dies sei nicht auszuschließen, denn die Kosten der Hypothek seien keineswegs das einzige Kriterium beim Kauf einer Wohnimmobilie, heißt es.
Zudem sind Geldmarkthypotheken im Gegensatz zu Festhypotheken weiterhin zu guten Konditionen erhältlich. Und da potenzielle Immobilienkäufer aufgrund der geltenden Tragbarkeitsregeln bereits nachweisen müssen, dass sie sich einen Hypothekenzins um die 5 Prozent leisten können, bricht die Nachfrage laut Experten ein.
Bei der Vermietung von Wohnungen ist laut Mitteilung derzeit wenig Bewegung. Die in Anzeigen angebotenen Mietpreise schwankten im Juni mit einem Plus von 0,1 Prozent kaum. Dies ist nicht verwunderlich, da die von ihnen geforderten Mieten hauptsächlich von der unmittelbaren Nachfrage nach Wohnraum beeinflusst werden.
Die Mieten in Zürich sind leicht rückläufig
Die Mieten aus Bestandsmieten richten sich dagegen nach dem Hypothekenrichtzins des Bundes, der derzeit bei 1,25 Prozent liegt. Aufgrund höherer Zinsen und der allgemeinen Inflation kann es zu Anpassungen kommen.
„Hohe Energiepreise dürften die geforderten oder bestehenden Mieten deutlich stärker beeinflussen als steigende Zinsen“, ist Martin Waeber, Leiter Immobilien der Swiss Marketplace Group, überzeugt. Denn gerade bei Altbauten würde dies zu einer deutlichen Erhöhung der Nebenkosten führen.
Regional betrachtet hat sich die Mietpreisfrage im Juni sehr unterschiedlich entwickelt. In der Genferseeregion (inkl. Wallis) stiegen sie beispielsweise um 0,8 %, während die Mieten in der Zentralschweiz um 0,5 % sanken. Dagegen bewegten sie sich im Espace Mittelland (+ 0,2 %) und Zürich (-0,2 %) nur leicht. (nim / SDA)