Die nach einem Brand auf Mallorca inhaftierten Cone-Brüder zahlen eine halbe Million Euro
07.06.2022, 17:47
Zwölf Deutsche werden wegen des Verdachts der Brandstiftung auf Mallorca festgehalten. In Erwartung eines Sachverständigengutachtens zur Brandentstehung in einem Restaurant sind sie bereit, mit dem spanischen Gericht zusammenzuarbeiten – und die geforderte gesamtschuldnerische Haftung zu übertragen.
Nach Angaben seines Anwalts haben sich die Familien der 13 deutschen Touristen, die verdächtigt werden, einen Wohnungsbrand auf Mallorca verursacht zu haben, eine gesamtschuldnerische Haftung in Höhe von 500.000 Euro zugezogen. Stolzenaus Anwalt Raban Funk in Niedersachsen kündigte an, das Geld bald bei der spanischen Justiz zu hinterlegen. Die Verdächtigen, von denen zwölf noch heute in Untersuchungshaft seien, wollten ihre Kooperationsbereitschaft bestätigen, schrieb der Anwalt in einer Erklärung.
Der spanische Ermittlungsrichter hatte die Summe festgesetzt. Bei den Deutschen handelt es sich laut Medien um Männer zwischen 24 und 29 Jahren, die einem Kegelverein in Münster angehören. Am vergangenen Donnerstag hob der Richter die Festnahme von vier der Deutschen gegen Zahlung einer Kaution von jeweils 12.000 Euro auf. Die Jugendlichen dürften bald freigelassen werden, sobald die Gelder, die am Freitag aus Deutschland überwiesen wurden, bei der spanischen Justiz eingingen. Dies verzögerte sich aufgrund der Pfingstferien, schrieb der Anwalt. Ein 13. Verdächtiger wurde laut „Mallorca Zeitung“ bedingungslos freigelassen, weil er nachweisen konnte, dass er während des Brandes unter der Dusche stand.
Zunächst war unklar, wie lange sie im Gefängnis bleiben müssten und ob die anderen acht Verdächtigen angeklagt würden, weshalb der Richter ihre Freilassung unter Anklage verweigerte. Die Untersuchungshaft in Spanien kann Monate, aber auch bis zu vier Jahre dauern. Seitdem werden junge Deutsche von zwei Pfarrern und einem Vertreter des deutschen Konsulats besucht, berichtet der WDR.
Den Verdächtigen wird vorgeworfen, am 20. Mai ein Feuer in der Nähe des Schützen verursacht zu haben. Sie warfen brennende Kippen und Alkohol vom Balkon des Hotelzimmers auf das Strohdach der Terrasse eines darunter liegenden Restaurants. Das Dach fing Feuer und zwei Kneipen, eine Wohnung und Teile des Restaurants wurden beschädigt. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Die Jugendlichen bestreiten, geschossen zu haben.
Ein von der spanischen Ermittlungsbehörde in Auftrag gegebenes Gutachten zur Brandentstehung liege noch nicht vor, sagte der Anwalt. Allerdings werde dieser Bericht „eher sachlich entlastende Momente offenbaren“, schrieb der Anwalt.