Bei den Rettungsaktionen lösten die Insassen ihre Berufskollegen ab Foto: spreepicture
Von Axel Lier
Empörung im Internet! Auf Twitter gab es eine Stellenausschreibung der Berliner Feuerwehr für Häftlinge: 160 Stunden 12-Stunden-Schicht, aber bitte zahlen!
Ein eigener Betreuer wurde versprochen, die Kosten wurden aber auch auf 1456 Euro festgesetzt. Behörden suchen dringend nach Nachwuchskräften, aber sollen die Insassen die Arbeit selbst bezahlen?
Bereits im Februar 2020 hatte die Senatsverwaltung des Innern einen „Feuerwehrgebührenerlass“ erlassen, mit dem „Leistungen der Berliner Feuerwehr außerhalb ihrer öffentlich-rechtlichen Aufgaben“ abgerechnet werden. Mit anderen Worten: wo können sie Geld verdienen.
Stellenausschreibung der Feuerwehr für Praktika – bitte zahlen Sie 1456 Euro Foto: privat
Denn als Insassinnen und Insassen entlasten und unterstützen sie ihre Mitfahrerbesatzungen, seien „nur die Hälfte der ermittelten Kosten als Entschädigung angesetzt“ und zusätzliche Rabatte möglich, wie es in einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU heißt.
Offenbar ist auch der Begriff Praktikum irreführend.
Denn laut Mitteilung werden nur mögliche Sanitäter zugelassen, also Personen, die bereits eine theoretische Ausbildung absolviert haben. Im vergangenen Jahr gab es bei der Feuerwehr 37 Insassen, die mit 48.312 Euro belastet wurden. In diesem Jahr (bis Mai) waren es 24 und 29.280 Euro.
Der CDU-Politiker Alexander J. Herrmann sagte der BZ: „Die Besoldung des Staates ist nicht mehr zeitgemäß.“ Fellows sollten als Chance und nicht als Kostenfaktor gesehen werden.
Am Montag befasst sich der Innenausschuss mit einer Petition, die kostenlose Praktika bei der Berliner Feuerwehr fordert.
Themen: Aktuelle Rettungssanitäterausbildung der Berliner Feuerwehr