Die Jury entscheidet weitgehend gegen Heard

Depp, der 58-jährige Fluch der Karibik-Star, hatte Heard auf 50 Millionen Dollar verklagt. Er warf der 36-jährigen Schauspielerin vor, ihn verleumdet zu haben, als sie in einem Zeitungsartikel schrieb, sie sei eine „Person des öffentlichen Lebens, die häusliche Gewalt erlitten hat“. Das hat seiner Karriere sehr geschadet. Die Jury schloss sich dem amerikanischen Schauspieler an. Heard muss ihrem Ex-Mann 15 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) Schadensersatz zahlen, lautete ihr Urteil.

Gleichzeitig wies die Jury die meisten Vorwürfe zurück, die Heard in einer Widerklage gegen Depp erhoben hatte. Die Jury stellte jedoch fest, dass Heard auch durch Aussagen von Depps Anwalt Adam Waldman gegenüber der Daily Mail verleumdet worden war. Waldman hatte seine Missbrauchsvorwürfe als „Täuschung“ bezeichnet. Dafür muss Depp Heard 2 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen.

AP/Court TV Im Gegensatz zu Depp erschien Heard persönlich zur Urteilsverkündung

Ganz in Schwarz gekleidet folgte Heard dem Urteil vor Gericht, Depp erschien nicht. Zahlreiche Zuschauer und Fans, allen voran Depp, hatten sich vor dem Gericht versammelt, das nach dem Urteil in Jubel ausbrach und „Johnny, Johnny“ rief.

Live-Übertragung des sechswöchigen Prozesses

Dem Urteil war ein viel diskutierter Prozess in den Medien vorausgegangen. In dem Prozess, der per Live-Übertragung weltweit über Kameras übertragen wurde, erhoben sich Depp und Heard gegenseitig schwere Vorwürfe. In ihren Schlussplädoyers erhoben die Anwälte beider Seiten erneut schwere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs, der körperlichen Gewalt, des Lügens und des Drogenmissbrauchs.

AP / Evelyn Hockstein

Von Anfang an neigte sich die öffentliche Meinung schnell in eine Richtung. In den sozialen Medien wurde Depp vor allem als Opfer dargestellt, während Heard die Mitarbeiter kaputt machte. Ein ähnliches Bild zeichnete sich in den vergangenen Wochen auch vor Gericht ab. Ein lauter Applaus brach aus, als Depp zur Strecke fuhr. Strahlend begrüßte der „Pirates of the Caribbean“-Star seine hunderten Fans aus dem dunklen Geländewagen. Auf der anderen Seite jubelten weit weniger Fans der „Aquaman“-Schauspielerin auf ihrem Weg zum Gericht zu.

Sterne auf dem Podest

An dem Prozess nahmen Dutzende Zeugen teil, darunter Assistenten von Schauspielern, Psychologen, Polizisten, Finanzberater und Filmexperten. Auch Prominente wie Supermodel Kate Moss und Schauspielerin Ellen Barkin sagten aus. Zu der langen Zeugenliste der Verteidiger gehörte auch Tesla-Chef Elon Musk, ein ehemaliger Freund von Heard und seinem Partner James Franco, aber keiner sagte am Ende aus.

Depp und Heard lernten sich 2009 bei den Dreharbeiten zu „The Rum Diary“ kennen. 2015 heirateten Depp und Heard, doch nach nur 15 Monaten Ehe reichte die Schauspielerin nach Vorwürfen häuslicher Gewalt die Scheidung ein.

Vor zwei Jahren erlitt Depp in London mit einer Klage gegen die Boulevardzeitung „Sun“ eine Niederlage. Es war ein Artikel, in dem behauptet wurde, Depp habe Heard als weibliche Täterin körperlich missbraucht. Nach einer heftigen Klage wies das Gericht die Klage ab. Die meisten der in der Zeitung erwähnten Vorwürfe stellten sich als wahr heraus, so die Richter in ihrem Urteil.

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